Bewertung:

Das Buch bietet eine fesselnde Erkundung der kurdischen Kultur und Gesellschaft, geschrieben in einem zugänglichen Stil von Diane King, einer Anthropologin mit einzigartigen Einblicken aus ihren Erfahrungen in der Region. Es bietet einen wertvollen Kontext, um die Dynamik des kurdischen Lebens und seine Bedeutung im heutigen Nahen Osten zu verstehen, und ist damit eine empfehlenswerte Lektüre für jeden, der sich für diese Region interessiert.
Vorteile:Zugänglicher und leicht lesbarer Stil, auch für Nicht-Akademiker geeignet.
Nachteile:Bietet tiefe Einblicke in die kurdische Kultur, Geschichte und soziale Dynamik.
(basierend auf 10 Leserbewertungen)
Kurdistan on the Global Stage: Kinship, Land, and Community in Iraq
Die Anthropologin Diane E. King hat über das Alltagsleben in der irakischen Region Kurdistan geschrieben, die einen Großteil des Gebiets umfasst, das lange als Irakisch-Kurdistan bekannt war. Nach dem Sturz der irakischen Baath-Regierung von Saddam Hussein durch die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten im Jahr 2003 wurde Kurdistan ein anerkannter Teil des föderalen irakischen Systems. Die Region ist nun durch Technologie, Medien und Migration in den Rest der Welt integriert.
King konzentriert sich auf das häusliche Leben in den Städten und Dörfern Kurdistans und untersucht die Art und Weise, wie die Bewohner sozial miteinander verbunden sind, insbesondere durch Beziehungen zwischen Patron und Klienten und durch die Zugehörigkeit zu geschlechtsspezifischen Kategorien. Sie hebt hervor, dass Patrilinearien (männliche Ahnenreihen) gut an die moderne Bühne des Nahen Ostens angepasst zu sein scheinen und vice versa. Die Idee der patrilinearen Abstammung beeinflusst die Bedeutung von Flucht und Migration sowie die Art und Weise, wie Identität und Ort verstanden werden, wie Frauen und Männer interagieren und wie "Politik" gemacht wird.
Im neuen Kurdistan können alte Werte beibehalten, neu formuliert oder in Frage gestellt werden. King bietet eine sensible Interpretation der Herausforderungen, die sich aus dem Zusammentreffen von Tradition und Moderne ergeben. Es kommt immer noch zu Ehrenmorden, wenn Männer glauben, dass ihre weiblichen Verwandten ihre Familien entehrt haben, und die Beschneidung der weiblichen Genitalien wird weiterhin praktiziert. Dennoch handelt es sich um eine Region, in der sich die moderne Technologie verbreitet hat und in der scheinbar jeder ein Mobiltelefon besitzt. In den Haushalten gibt es eine verblüffende Mischung aus älteren Analphabeten und gebildeten jungen Frauen. Neue Vorstellungen von Staatsbürgerschaft koexistieren mit älteren Formen der Patronage.
King ist eine der wenigen Wissenschaftlerinnen, die während des Regimes von Saddam Hussein unter extrem schwierigen Bedingungen im Irak geforscht haben. Wie es ihr gelang, inmitten der Gefahr und im Gefolge des Völkermords zu arbeiten, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichten, die sie erzählt. Kurdistan auf der Weltbühne ist eine Lektion in Feldforschung und eine wertvolle Ethnografie.