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Kurt Weill's America
Der deutsch-jüdische Komponist Kurt Weill war zeitlebens von der Idee Amerikas fasziniert. In seinen europäischen Werken stellt er Amerika als kapitalistische Dystopie dar.
Doch 1935 wurde klar, dass Europa für Weill nicht mehr sicher war, und er setzte die Segel in Richtung Neue Welt, wodurch sich seine Auseinandersetzung mit der amerikanischen Kultur veränderte. Von da an befassten sich die meisten seiner Werke mit der Idee von „Amerika“, sei es, dass er ihre Erfolge feierte oder ihre Unzulänglichkeiten kritisierte. Als Außenseiter, der zum Insider wurde, waren Weills Einblicke in die amerikanische Kultur einzigartig.
Er hatte ein feines Gespür für das schwierige Verhältnis der Amerikaner zu ihren Einwanderern, war aber langsamer, um die Feinheiten anderer zu erfassen, vor allem die der Beziehungen zwischen den Ethnien, obwohl seine Werke zeigen, dass er der Idee der Rassengleichheit zugetan war. Das Buch behandelt Weill als einen Knotenpunkt in einem transnationalen Netzwerk von Musikern, Schriftstellern, Künstlern und anderen Bühnenprofis, die sich alle gegenseitig beeinflussten.
Weill suchte sich Partner aus verschiedenen Bereichen, darunter die Volksfront, das Sprechdrama und die kommerzielle Broadway-Bühne. Aus seinen persönlichen Unterlagen geht hervor, dass er nicht nur versuchte, mit den wechselnden Gezeiten der amerikanischen Kultur zurechtzukommen, sondern auch mit den spezifischen Anforderungen seiner institutionellen und individuellen Mitarbeiter.
Indem das Buch Weills Beziehung zu Einwanderung und Nationalität neu beleuchtet, nuanciert es auch zeitgenössische Vorstellungen über die Beziehungen von Einwanderern zu ihrer neuen Heimat und geht über die Idee hinaus, dass sich diese Personen entweder assimilieren und ihre früheren Identitäten aufgeben oder dem Sog ihrer neuen Heimat widerstehen und ihrer ursprünglichen Kultur treu bleiben müssen.