Bewertung:

In dem Buch „La Femme de Gilles“ von Madeleine Bourdouxhe werden Themen wie weibliche Identität, Unterwerfung und Ehedynamik im Zusammenhang mit der Hingabe einer Frau an ihren Mann untersucht. Während der Text für seine Qualität und die nuancierte Darstellung von Gefühlen gelobt wird, äußern die Leserinnen und Leser ihr Unbehagen über den passiven Charakter der Protagonistin und die ungesunde Co-Abhängigkeit, die in der Geschichte dargestellt wird.
Vorteile:Das Buch ist wunderschön geschrieben und beschäftigt sich eingehend mit komplexen Themen im Zusammenhang mit weiblicher Sexualität und Identität. Es regt erfolgreich zum Nachdenken und zur Diskussion über das Wesen der selbstlosen Liebe und der ehelichen Beziehungen an.
Nachteile:Einige Leser finden die Protagonistin Elisa zu passiv, was zu Frustration über ihre Charakterisierung führt. Es wird bemängelt, dass sie ihre Kinder vernachlässigt und ihre unterwürfige Rolle nicht kritisiert wird, was Fragen über die Darstellung der Autorin als edle Figur aufwirft.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Elisa ist die Frau von Gilles, und ihre Hingabe an ihn ist allumfassend. Ihr tägliches Leben ist durchdrungen von Gedanken an ihn - Gedanken an seine Rückkehr aus der Fabrik, Gedanken an seine Schritte auf dem Weg, wenn er jeden Abend nach Hause kommt, ein Geräusch, das sie noch immer vor Vorfreude lähmt.
Doch als Gilles sich plötzlich stark und hilflos zu Elisas jüngerer Schwester Victorine hingezogen fühlt, gerät Elisas Welt aus den Fugen. Die Freuden von Heim und Familie sind zerstört, und ihre Verzweiflung ist so tief, dass sie jeden Sinn für die Realität und den Kern ihrer Existenz zu bedrohen beginnt.
La Femme de Gilles ist ein sinnlicher und erschütternder Roman über Untreue, Lust und die Einsamkeit, das Wichtigste zu verlieren. Er spielt in den staubigen Gassen und Tälern des ländlichen Belgiens der 1930er Jahre.