Bewertung:

Das Buch enthält eine Mischung aus wissenschaftlichen Aufsätzen, die sich auf den historischen Kontext von Laura Ingalls Wilders Werk konzentrieren, insbesondere in Bezug auf De Smet, SD. Während es starke Meinungen anzieht, finden die Leser die detailreiche Erzählung entweder fesselnd oder überwältigend ermüdend.
Vorteile:Die Essays sind gut recherchiert und bieten tiefgehende historische Perspektiven und Einblicke in De Smet und die Welt, in der Laura Ingalls Wilder lebte. Es ist eine solide Ergänzung für Fans und Sammler der Little House-Literatur.
Nachteile:Das Buch ist sehr detailreich und kann schwer zu lesen sein, so dass manche es langweilig oder schwer zu lesen finden. Kritiker erwähnen, dass es vom erwarteten erzählerischen Schwerpunkt abweicht und sich stattdessen in die Theorien der Autorin vertieft, was vom historischen Inhalt ablenken kann.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
Laura Ingalls Wilder's Little Town: Where History and Literature Meet
"Ich verstehe, dass ich in meinem eigenen Leben eine ganze Periode der amerikanischen Geschichte repräsentiert habe".
Laura Ingalls Wilder war sich darüber im Klaren, dass ihre weithin beliebten Geschichten über ihre Kindheit in der Prärie weit mehr als eine nostalgische Mischung aus Mythos, Erinnerungen und Autobiografie sind. Aus historischer Sicht, so zeigt John Miller, können sie uns viel über die Realitäten des täglichen Lebens und die Einstellungen im 19.
Geschichte und Literatur sind eng miteinander verwoben, behauptet Miller, und in diesem Buch zeigt er, wie Wilders Romane unser Verständnis von Geschichte verbessern und wie gleichzeitig eine historische Perspektive Wilders Fiktion einrahmt. Er zeigt, dass Wilder Inhalt und Form miteinander verwoben hat, um ein sentimentales und fesselndes, aber dennoch nuanciertes und glaubwürdiges Bild des Familienlebens an der landwirtschaftlichen Grenze zu zeichnen.
Miller konzentriert sich auf Wilders Romane, die in und um De Smet, South Dakota, spielen, darunter By the Shores of Silver Lake und Little Town on the Prairie, und vergleicht ihre fiktive Welt mit der Geschichte, die in Volkszählungen, Zeitungsberichten, County Records, Karten und Fotografien festgehalten ist. Er veranschaulicht, dass Wilder zwar einige historische Details zugunsten von Einfachheit und Dramatik geopfert hat, aber eine allgemeine Genauigkeit der Menschen, Orte, Ereignisse und Bräuche beibehalten und viele Facetten des Lebens im späten 19. Jahrhundert dargestellt hat, von Essen und Unterhaltung bis hin zu Arbeitsethik und Bildung.
Miller geht auch auf die Kontroverse über die Urheberschaft der acht Wilder zugeschriebenen Romane ein - war sie die wahre Autorin oder wurden sie von ihrer Tochter Rose Wilder Lane als Ghostwriterin verfasst? Er vertritt die Ansicht, dass Lanes redaktioneller Beitrag zwar sehr wertvoll war, die Stimme im Buch jedoch Wilder gehört. Die Bücher sind voll von ihren Interpretationen der Wahrheit, die von der Zeit, in der sie aufwuchs, und der Kultur - den Institutionen, dem Klatsch, dem informellen Druck der Gemeinschaft, den Medien, den Geschichten, Liedern, Rollen und Stereotypen -, die sie umgab, beeinflusst wurden.
Wilders Romane, die einen Blick auf das Leben in der Prärie mit den Augen eines jungen Mädchens bieten, sind historisch ebenso gültig wie ihre Sachbücher, argumentiert Miller. Es ist eine gelebte Geschichte - ein manchmal romantischer, manchmal beobachtender Bericht über die Freuden und Frustrationen des Lebens in der Prärie und ein Spiegelbild der Westwärtsbewegung in ihrer Blütezeit.