Bewertung:

Das Buch „Life and Death on Rikers Island“ von Dr. Homer Venters ist eine eindringliche und fesselnde Untersuchung der gesundheitlichen Auswirkungen von Inhaftierungen, die sich insbesondere auf die brutalen Bedingungen auf Rikers Island konzentriert. Er hebt die ethischen Dilemmata hervor, mit denen sich Gesundheitsdienstleister in Justizvollzugsanstalten konfrontiert sehen, und ruft zu Veränderungen auf, um die Situation für inhaftierte Personen zu verbessern. Die Erzählung verbindet persönliche Geschichten mit einem Aufruf zu Reformen und ist damit eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich mit Strafjustiz, öffentlicher Gesundheit und Menschenrechten beschäftigen.
Vorteile:⬤ Fesselnde Erzählung, die die Schrecken der Inhaftierung und ihre gesundheitlichen Folgen veranschaulicht.
⬤ Detaillierte Schilderungen der ethischen Dilemmata, mit denen sich das Gesundheitspersonal in Haftanstalten konfrontiert sieht.
⬤ Fordert Rechenschaftspflicht, Transparenz und mögliche Lösungen für die aufgezeigten Probleme.
⬤ Sehr gut lesbar und transformativ für ein breites Publikum, nicht nur für Fachleute im Gesundheitswesen.
⬤ Dient als wertvolle Ressource für Pädagogen und Befürworter einer Strafrechtsreform.
⬤ Die Perspektive des Autors kann als übermäßig kämpferisch und nicht als neutral erscheinen.
⬤ Einige Leser könnten eine distanziertere, analytische Darstellung der Problematik einem persönlichen, leidenschaftlichen Bericht vorziehen.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
Life and Death in Rikers Island
Kalief Browder war 16, als er in der Bronx verhaftet wurde, weil er angeblich einen Rucksack gestohlen hatte. Da er keine Kaution aufbringen konnte und nicht bereit war, sich eines Verbrechens schuldig zu bekennen, das er nicht begangen hatte, verbrachte Browder drei Jahre in New Yorks berüchtigtem Rikers Island-Gefängnis - zwei davon in Einzelhaft - während er auf seinen Prozess wartete. Nachdem sein Fall 2013 abgewiesen wurde, kehrte Browder zu seiner Familie zurück, verfolgt von seiner Tortur. Browder litt unter der einsamen Hölle der Einzelhaft und wurde während seiner gesamten Haftzeit von Mitgefangenen und Vollzugsbeamten gewaltsam angegriffen. Von Depressionen geplagt, beging Browder 2015 Selbstmord. Er war gerade 22 Jahre alt.
In Life and Death in Rikers Island erklärt Homer Venters, der ehemalige Chefarzt der New Yorker Gefängnisse, die tiefgreifenden Gesundheitsrisiken, die mit der Inhaftierung verbunden sind. Von Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch bis hin zu versperrtem Zugang zu medizinischer Versorgung und Brutalität zeigt Venters detailliert auf, wie Gefängnisse so konzipiert und betrieben werden, dass sie neue Gesundheitsrisiken für Gefangene schaffen - und dabei Ärzte und Krankenschwestern zur Komplizenschaft oder zum Schweigen zwingen.
Indem er die Erfahrungen der Gefangenen mit den neuesten Forschungsergebnissen über die Risiken im Gefängnis verbindet, zeigt Venters auf, in welch unverhältnismäßigem Ausmaß die gesundheitlichen Risiken des Gefängnisses auf Menschen mit Verhaltensproblemen und People of Color zutreffen. Er präsentiert auch überzeugende Daten über alternative Strategien, die die Gesundheitsrisiken verringern können. Dieses aufschlussreiche und bahnbrechende Buch schließt mit einer Analyse des Autors über die Gründe für die Schließung der Rikers Island-Gefängnisse und seinen Ratschlägen, wie dies zum Wohle der Inhaftierten geschehen kann.