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Living as a Bird
In den ersten Frühlingstagen machen die Vögel eine spektakuläre Metamorphose durch. Nach einem langen Winter der Migration und der friedlichen Koexistenz beginnen sie plötzlich mit aller Kraft zu singen und variieren jede Tonfolge, als wäre sie ein audiophoner Roman. Sie können die Anwesenheit anderer Vögel nicht ertragen und fangen an, sie zu bedrohen und anzugreifen, wenn sie eine Grenze überschreiten, die für Menschen unsichtbar, für Vögel aber greifbar sein mag.
Naturforscher und Ornithologen haben konkurrierende Theorien aufgestellt, um diese bemerkenswerte Veränderung zu erklären. Ist diese Aggression der Vögel nur ein Schein, ein Spiel, das alle Vögel spielen? Oder werden Vögel plötzlich territorial - und wenn ja, warum? Als Ornithologen feststellten, dass die Grenzen von Vogelterritorien zusammenhängend sind, waren sie verblüfft: Es schien, als sei die Revierbildung eine Möglichkeit für Vögel, weiterhin zusammenzuleben, indem sie sich anders organisieren. Durch die Beobachtung der Reviernutzung bei einer Vielzahl von Arten kamen die Wissenschaftler zu der Überzeugung, dass die Vögel ihre eigenen Quartiere schaffen, in denen sie gemeinsam singen und sogar gelegentlich Allianzen bilden, um Weibchen anzuziehen.
Indem Despret sorgfältig darauf achtet, wie Vögel ihre Welten konstruieren und Ornithologen versucht haben, sie zu verstehen, wirft er ein neues Licht auf die Aktivitäten beider und ermöglicht es uns gleichzeitig, uns der vielfältigen Welten und Existenzweisen bewusst zu werden, die den Planeten kennzeichnen, den wir mit Vögeln und anderen Arten gemeinsam haben.