Bewertung:

Das Buch „Lviv - Lemberg: A Heart of European Culture that Started Beating Again“ bietet eine umfassende historische Darstellung von Lemberg, wobei der Schwerpunkt auf den Interaktionen zwischen den wichtigsten ethnischen Gruppen - Polen, Ukrainern und Juden - von 1914 bis 1947 liegt. Während das Buch für seine wissenschaftliche Tiefe und seinen ausgewogenen Ansatz gelobt wird, kritisieren einige Rezensenten das Fehlen eines starken Arguments und eine etwas schwache Schlussfolgerung.
Vorteile:⬤ Reich an Inhalt und wissenschaftlichen Erkenntnissen
⬤ bietet eine umfassende und ausgewogene historische Darstellung
⬤ deckt effektiv die Interaktionen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen ab
⬤ wertvoll für Leser, die an der galicischen Geschichte interessiert sind.
⬤ Es fehlt ein starkes zentrales Argument
⬤ die theoretische Perspektive der 'Erfahrungsgeschichte' wird als nicht überzeugend empfunden
⬤ Übersetzungsprobleme können den Zugang zu einigen Originalquellen einschränken
⬤ die Schlussfolgerung wird als schwach und unbefriedigend empfunden.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Lemberg, Lww, L'viv, 1914 - 1947: Violence and Ethnicity in a Contested City
Die Stadt L'viv in der modernen Ukraine, die auf Deutsch Lemberg und auf Polnisch Lwow heißt, stand während eines Großteils des zwanzigsten Jahrhunderts im Fadenkreuz kaiserlicher und nationaler Bestrebungen. Jahrhunderts im Fadenkreuz imperialer und nationaler Bestrebungen.
Dieses Buch erzählt die fesselnde Geschichte, wie die Einwohner (römisch-katholische Polen, griechisch-katholische Ukrainer und Juden) auf die tiefgreifenden politischen Veränderungen während und nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg reagierten. Die Ostfront wechselte hin und her, und die Stadt wechselte sieben Mal den Besitzer. Am Ende eines jeden Krieges befand sich L'viv in den Händen eines anderen Staates.
Zwar gab es in der Stadt ernsthafte Spannungen zwischen Polen, Ukrainern/Ruthenen und Juden, aber vor 1914 waren Gewaltausbrüche noch selten.
Der Wechsel der politischen Kontrolle über die Stadt während des Ersten Weltkriegs führte zu verstärkten Reibungen zwischen den Gruppen, neuen Machtverhältnissen und schockierenden Gewaltausbrüchen, insbesondere gegen Juden. Die Eingliederung der Stadt in die unabhängige polnische Republik im November 1918 nach einer kurzen Zeit ukrainischer Herrschaft führte zu einer Verschärfung der Konflikte.
Die Ukrainer wurden von der neuen Regierung diskriminiert und politisch unterdrückt, und ukrainische Nationalisten griffen den polnischen Staat an. In den 1930er Jahren nahm der Antisemitismus drastisch zu. Während des Zweiten Weltkriegs stand die Stadt zunächst unter sowjetischer Herrschaft, wurde dann von den Nazis besetzt und schließlich von den Sowjets erobert.
Die Nazis deportierten und ermordeten fast die gesamte jüdische Bevölkerung der Stadt, und am Ende des Krieges vertrieben die sowjetischen Streitkräfte die polnischen Einwohner der Stadt. Auf der Grundlage von Archivrecherchen in L'viv, Kiew, Warschau, Wien, Berlin und Moskau sowie einer Reihe zeitgenössischer gedruckter Quellen und wissenschaftlicher Studien wird in diesem Buch untersucht, wie die Bewohner der Stadt auf die Veränderungen der politischen Kontrolle reagierten und wie ethnische und nationale Ideologien ihren Umgang miteinander prägten. Eine frühere deutsche Version dieses Bandes wurde als Kriegserfahrungen in einer multiethnischen Stadt: Lemberg 1914-1947 (2011) veröffentlicht.