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Reading and Writing Disorders in Different Orthographic Systems
Obwohl die spezifische Leseschwäche (Legasthenie) seit fast hundert Jahren klinisch als eine Entwicklungsstörung des Lernens anerkannt ist, wurde sie erst in den letzten zwei Jahrzehnten zum Gegenstand umfangreicher experimenteller Untersuchungen. Da legasthene Kinder per definitionem über eine durchschnittliche oder überdurchschnittliche Intelligenz verfügen, wird häufig vermutet, dass irgendein geheimnisvolles Merkmal der Schriftsprache für die übermäßigen Schwierigkeiten dieser Kinder beim Erlernen des Lesens verantwortlich ist.
Die gelegentliche Behauptung, daß Entwicklungslegasthenie in einigen Sprachen praktisch nicht vorkommt, und die Tatsache, daß sich Sprachen in ihren Schriftsystemen unterscheiden, haben die Orthographie zu einem weiteren ernsthaften Untersuchungsgegenstand gemacht. Der vorliegende Band stellt eine Sammlung von Vorberichten über Untersuchungen dar, die den Zusammenhang zwischen Orthographie und Leseschwäche in verschiedenen Sprachen untersucht haben. Auch wenn dies nicht ausdrücklich gesagt wird, geht es in diesen Berichten um die Frage, ob bestimmte Orthografien leichter zu erlernen sind als andere.
Eine Dimension, in der sich die Orthographien voneinander unterscheiden, ist die Art der Beziehung, die sie zur Aussprache haben. Die in diesem Buch untersuchten Orthographien reichen von solchen, die eine einfache Eins-zu-eins-Beziehung zwischen Graphem und Phonem aufweisen, bis hin zu solchen, die eine komplexere Beziehung haben.