Bewertung:

Das Buch erörtert das Konzept des „distant reading“ als modernen Ansatz zum Verständnis von Gedichten und stellt es dem „close reading“ gegenüber. Der Autor argumentiert, dass sich die Bedeutung von Gedichten eher durch ein breiteres Netzwerk von Interaktionen als durch isolierte Lektüre entwickelt. Die Arbeit betont die Bedeutung der Performance in der Poesie und legt nahe, dass die Bedeutung eines Gedichts nie feststeht und von verschiedenen Kontexten und Zuhörern beeinflusst wird.
Vorteile:Das Buch bietet eine neue Perspektive auf die Gedichtanalyse und plädiert für ein breiteres Verständnis dafür, wie Gedichte durch Aufführung und Interaktion Bedeutung erzeugen. Es stellt traditionelle literarische Praktiken in Frage und ermutigt die Leser, die dynamische Natur der Poesie zu berücksichtigen.
Nachteile:Der Rezensent äußerte den Wunsch nach einer begleitenden Audio-CD mit Lesungen zeitgenössischer Gedichte, da er der Meinung war, dass Audiomaterial den Schwerpunkt des Buches auf Performance verstärken und eine ganzheitlichere Erfahrung bieten würde.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Distant Reading: Performance, Readership, and Consumption in Contemporary Poetry
Ein dynamischer Bericht über die Geschichte, Praxis und Theorie der Poesie als Performance.
Distant Reading betrachtet Poesie als Performance, bietet neue Einblicke in ihre Popularität und schlägt eine neue Geschichte ihrer Ursprünge vor. Darüber hinaus werden verwandte Themen wie die Rezeption von Poesie, der Einfluss des Computers auf die Art und Weise, wie wir Poesie lesen, das Fortbestehen des Buchstabens "I" in Gedichten von Avantgarde-Dichtern, die Seltsamkeit des Zeilenumbruchs als Forderung an die Aufmerksamkeit des Lesers und die Idee des Lesers als Konsument untersucht. Diese Themen werden durch eine historisch kontextualisierte und theoretisch ausgefeilte Diskussion zeitgenössischer amerikanischer und britischer Dichter verbunden, die in der Tradition der Moderne weiterarbeiten.
Der einleitende Essay stellt eine neue Methodik vor, die das close reading in das verwandelt, was Middleton "distant reading" nennt, ein interpretierendes Lesen, das die Entfernungen anerkennt, die Texte von ihrem Entstehungsort zu Lesern an anderen geografischen und historischen Orten zurücklegen. Er weist darauf hin, dass poetische Innovation oft von dem Wunsch des Dichters angetrieben wird, diese Distanz in den Bedeutungen, die das Gedicht erzeugt, kulturell wirken zu lassen.
Letztlich behandelt Distant Reading die Poesie als eine kulturelle Praxis, die sich immer an bestimmten Orten der Aufführung befindet - auf der Bühne rezitiert, in Zeitschriften ausgestellt, auf einer Seite ausgelegt, auf dem Computerbildschirm gescrollt - und nicht als transzendente Bedeutungswolke, die nur an ihre Worte gebunden ist.
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