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Reading Revelation After Supersessionism
Ralph Korner argumentiert in diesem Band, dass die umfassende soziale Identifikation des Johannes mit Judentum(en), Jüdischsein und jüdischen Institutionen nicht ein literarisches Programm widerspiegelt, das Israel durch die ekklēsiai (Kirchen/Versammlungen), d.
h. die jüdischen und nichtjüdischen Anhänger Jesu als Messias Israels, ersetzt.
Vielmehr verortet Johannes seine Christusnachfolger weiter innerhalb Israels, ohne dadurch Israel als nationale Identität für ethnische Juden, die Jesus nicht als Christos folgen, zu verdrängen. Auf dieser Untersuchungsreise werden in erster Linie drei Wege beschritten. Erstens untersucht Korner, wie ein jüdisches Erbe der literarischen Struktur, dem Genre, der Eschatologie, der Symbolik und den theologischen Motiven der Apokalypse innewohnt.
Zweitens stellt er die lineare Chronologie der (im Allgemeinen) supersessionistischen Dispensationslesarten des visionären Inhalts der Offenbarung in Frage, indem er für eine sich wiederholende Struktur argumentiert, die auf bestimmten literarischen Mitteln beruht, die auch den Visionen in jüdischen Apokalypsen und hebräischen Prophezeiungen Struktur verleihen. Drittens bezieht er die neueste Forschung zum ekklēsia-Gebrauch, insbesondere in Kleinasien, ein, um zu beurteilen, wie die ekklēsia-Assoziationen des Johannes (nicht-supersessionell) wahrgenommen worden sein könnten, insbesondere von Juden im römischen Asien.