Bewertung:

Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über den zeitgenössischen Libanon und deckt die Bereiche Politik, Kultur und Soziologie ab. Es ist gut recherchiert und bietet tiefe Einblicke in die Komplexität des Landes, obwohl einige Leser es als dicht und hauptsächlich auf die Ereignisse nach 2005 konzentriert empfanden.
Vorteile:⬤ Sehr detailliert und gut recherchiert
⬤ bietet Einblicke in verschiedene Aspekte des Libanon, einschließlich Politik, Kultur und sozialer Fragen
⬤ auf eine Weise geschrieben, die fesselnd und informativ ist
⬤ nützlich für das Verständnis der Komplexität des Libanon.
⬤ Einige Abschnitte sind zu detailliert und können die Erzählung verzögern
⬤ der Fokus auf Ereignisse nach 2005 lässt einige historische Zusammenhänge vermissen
⬤ kann für allgemeine Leser zu akademisch und langatmig sein und erfordert ein Wörterbuch.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
Lebanon: A Country in Fragments
Der Libanon scheint ein Land zu sein, das sich in einer ständigen Krise befindet.
In den letzten Jahren hat es einen Schlag nach dem anderen erlitten, von der Ermordung Rafiq Hariris im Jahr 2005 über den Juli-Krieg 2006 bis hin zum aktuellen Syrien-Konflikt, der eine Million Flüchtlinge ins Land strömen ließ. Dies ist nicht nur ein Bericht über die hohe Politik des Libanon mit ihren endlosen Streitereien, Arbeitsniederlegungen, Intrigen und ausländischen Allianzen, sondern auch über die Politik des täglichen Lebens: all die Belastungen, denen die Einwohner des Landes ausgesetzt sind, von Stromausfällen und nicht abgeholtem Müll bis hin zu stagnierenden Löhnen und Immobilienblasen.
Andrew Arsan bewegt sich zwischen dem Parlament und den öffentlichen Plätzen, auf denen sich Demonstranten versammeln, zwischen luxuriösen Hochhäusern und Flüchtlingslagern, zwischen teuren Nachtclubs und Strandpromenaden und vermittelt so ein umfassendes Bild des Libanon im 21. Jahrhundert. Während andere die Misere des Libanon als etwas Außergewöhnliches betrachten, als ein Nebenprodukt seines Sektierertums und seiner besonderen Anfälligkeit für regionale Krisen, argumentiert Arsan, dass die Lage im Libanon nichts Besonderes ist.
Vielmehr handelt es sich um ein Land unserer Zeit - ein Land der neoliberalen Wirtschaft, der populistischen Inbrunst, der erzwungenen Vertreibung, der wachsenden Fremdenfeindlichkeit und der öffentlichen Desillusionierung. Kurz gesagt, der Libanon bietet uns ein Objektiv, durch das wir auf unsere Zeit blicken können.