Bewertung:

David Gilberts Memoiren „Liebe und Kampf“ schildern sein Leben als Aktivist und politischer Gefangener und reflektieren die sozialen Bewegungen der 1960er und 70er Jahre. Während viele Leser seine Einsichten als inspirierend und zum Nachdenken anregend empfinden, kritisieren einige, dass wichtige Ereignisse in seinem Leben, insbesondere seine Rolle beim Brinks-Raub, nicht ausführlich genug beschrieben werden.
Vorteile:Die Memoiren werden für ihre nachdenkliche und aufschlussreiche Erzählung, die anregende Darstellung des Aktivismus und das differenzierte Verständnis historischer Bewegungen gelobt. Die Leser schätzen Gilberts selbstkritische Herangehensweise und das ehrliche Eingeständnis seiner Fehler und der Komplexität der sozialen Gerechtigkeit. Seine Fähigkeit, persönliche Erfahrungen mit umfassenderen gesellschaftlichen Themen zu verknüpfen, findet bei vielen Anklang.
Nachteile:In einigen Rezensionen wird bemängelt, dass dem Buch kritische Details über Gilberts Beteiligung an wichtigen Ereignissen wie dem Brinks-Raub fehlen, was die Leser enttäuscht. Außerdem sind einige der Meinung, dass andere Biografien von Weather Underground-Mitgliedern informativer und fesselnder sind, so dass dieses Buch im Vergleich dazu weniger wichtig erscheint.
(basierend auf 11 Leserbewertungen)
Love and Struggle: My Life in Sds, the Weather Underground, and Beyond
Ein netter jüdischer Junge aus einem Bostoner Vorort - ja, ein Eagle Scout! --kam David Gilbert gerade rechtzeitig zu den explosiven Sechzigern an die Columbia University. Von den frühen Protesten gegen den Vietnamkrieg bis zur Gründung des SDS, vom Columbia-Streik bis zur Tragödie im Townhouse war Gilbert dabei: als Organisator, Theoretiker und vor allem als Aktivist.
Er gehörte zu den ersten Aktivisten, die in den Untergrund gingen, um den klandestinen Widerstand gegen Krieg und Rassismus aufzubauen, der als „Weatherman“ bekannt wurde. Und er gehörte zu den letzten, die nach der Katastrophe des Brink's-Raubes von 1981, einem Enteignungsversuch mit vier Toten und langen Haftstrafen, in Gefangenschaft gerieten. In diesen außergewöhnlichen Memoiren, die er aus dem Hochsicherheitsgefängnis heraus geschrieben hat, in dem er seit fast dreißig Jahren lebt, erzählt Gilbert die sehr persönliche Geschichte seines eigenen langen Marsches vom Liberalen zum Radikalen zum Revolutionär.
Heute ist er ein geliebter und bewunderter Mentor einer neuen Generation von Aktivisten. Mit seltenem Humor, mit einem von Illusionen befreiten Verständnis und mit ungewöhnlicher Offenheit bewertet er die Fehler und Fortschritte, die Schrecken und Triumphe der sechziger Jahre und darüber hinaus.
Es ist eine Schlacht, die noch lange nicht gewonnen, aber auch noch nicht verloren ist: der Kampf um den Aufbau einer neuen Welt und die Liebe, die diese Bemühungen antreibt. Liebe und Kampf“ ist ein Buch, das so offen, kompromisslos und menschlich ist wie sein Autor.