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Love and Politics in the Contemporary Spanish American Novel
Der lateinamerikanische Literaturboom war geprägt von komplexen Romanen, die von magischem Realismus und Fragen des Nationalismus durchdrungen waren und in denen es oft um surreale Gewalt ging. In den letzten Jahren sind diese revolutionären Projekte der sechziger und siebziger Jahre jedoch einer ganz anderen erzählerischen Vision und Ideologie gewichen.
Dieser Trend, der als neuer Sentimentalismus bezeichnet wird, wird nun in Liebe und Politik im zeitgenössischen spanisch-amerikanischen Roman eingehend beleuchtet. Anbal Gonzlez bietet eine ausführliche Darstellung des Aufstiegs dieser neuen Erzählweise sowie ihrer politischen und kulturellen Implikationen, indem er Romane von Miguel Barnet, Elena Poniatowska, Isabel Allende, Alfredo Bryce Echenique, Gabriel Garca Mrquez, Antonio Skrmeta, Luis Rafael Snchez und anderen genau liest. Gonzlez vertritt die Ansicht, dass die neuen sentimentalen Romane vor allem von dem Wunsch inspiriert sind, die Spaltung, den Groll und die Angst zu heilen, die durch jahrzehntelange soziale und politische Umwälzungen entstanden sind.
Indem sie die Popkultur über die Avantgarde stellen, neigen solche Werke auch dazu, die Agape - die Liebe zum Nächsten - zu feiern, während sie die negativen Auswirkungen der Leidenschaft (Eros) anprangern. Love and Politics in the Contemporary Spanish American Novel beleuchtet diese und andere Aspekte der Post-Boom-Prosa und wirft einen neuen Blick auf die zeitgenössischen Werke.