
Left-Wing Populism: The Politics of the People
Nach der Wirtschaftskrise begannen linke Parteien und Politiker, sich selbst als Populisten zu betrachten oder wurden in den Medien und im öffentlichen Diskurs als solche bezeichnet. Dieser Trend lässt sich an Beispielen wie Syriza in Griechenland, Podemos in Spanien, France Insoumise in Frankreich, DiEM25 auf europäischer Ebene und sogar Corbyinism im Vereinigten Königreich beobachten.
Dennoch bleibt das Problem bestehen, wie wir den Linkspopulismus im heutigen Europa definieren und was seine Hauptmerkmale sind. In diesem Buch wird der Linkspopulismus als eine Kombination aus dem populistischen Impetus der Ausweitung der Repräsentation durch den Appell an "das Volk" gegen "die Eliten" und der Agenda der Linken zur Förderung von Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit begriffen. In dieser Studie werden die Konzepte der Souveränität, der Klassenidentität und des "Volkes" eingehend erforscht.
Darüber hinaus erörtert dieses Buch auch die institutionelle Dimension des Linkspopulismus im Dialog mit dem Republikanismus und der internationalen Sphäre, die sich in der Debatte zwischen Souveränismus und Transnationalismus widerspiegelt. Das Ergebnis ist eine offene Konzeptualisierung des Linkspopulismus, in der populistische Parteien eine hybride Form annehmen und verschiedene Traditionen und Einflüsse wie Sozialismus, Populismus und Republikanismus einbeziehen, um eine gesellschaftliche Mehrheit zu erreichen und die Demokratie zu erweitern.
Das jüngste Phänomen des Linkspopulismus hat das Potenzial, das linke Projekt neu zu definieren, zeigt aber auch seine Unzulänglichkeiten in Bezug auf die Reichweite des politischen Wandels und seine Fähigkeit, Politik auf eine andere Art und Weise, von und für die Menschen, zu machen. Dieser unschätzbare Text wird sich als unverzichtbare Lektüre für alle erweisen, die sich mit politischer Theorie und zeitgenössischen politischen Studien befassen.