
Literary Depictions of the Scribal Profession in the Story of Ahiqar and Jeremiah 36
Dies ist die erste Studie, die die Anspielungen auf die Schreiberkultur in der aramäischen Geschichte von Ahiqar und der hebräischen Erzählung von Jeremia und der Schriftrolle des Baruch in Jeremia 36 vergleicht. Es wird gezeigt, dass sich in der königlichen propagandistischen Botschaft von Ahiqar eine ausgefeilte aramäische Kritik an den sozialen Praktiken der akkadischen Schreiberkultur verbirgt.
Jeremia 36 hingegen nutzt Orte der Schreiberaktivität sowie Anspielungen auf Schreiberinteraktionen und die Techniken des Schreiberhandwerks, um eine subversive Geschichte zu konstruieren. Bei einer vergleichenden Betrachtung wird argumentiert, dass die Geschichte von Ahiqar, die seit langem mit der bekannten Gattung der höfischen Erzählung in Verbindung gebracht wird, ein Beispiel für eine Untergattung ist, die hier als Schreiberkonflikt-Erzählung bezeichnet wird, und dass Jeremia 36 ein zweites Beispiel oder eine Antwort darauf ist.
Diese Beobachtung wird durch eine rigorose Manuskriptuntersuchung in Verbindung mit einer Erzählungsanalyse erreicht, die unter anderem die Entwicklung autobiographischer und biographischer Stile derselben antiken Erzählung identifiziert. Diese Studie bietet nicht nur neue Perspektiven für die Schreiberkultur, die Ahiqar-Studien und die Jeremia-Studien, sondern könnte auch weitreichende Auswirkungen auf andere antike Quellen haben.