
Literatures of Alchemy in Medieval and Early Modern England
Untersucht die unzähligen Arten, wie die Alchemie von Adepten und Skeptikern gleichermaßen konzipiert wurde, von denen, die über ein voll funktionsfähiges Labor verfügten, bis zu denen, die ihren Pelikan nicht von ihrem Athanor unterscheiden konnten!
Die Sprache der Alchemie (die Kunst der Umwandlung von Metallen und der Herstellung von Arzneimitteln) ist geprägt von obskuren Bildern, schriftstellerischen Spielereien und dichten Verästelungen, die den neugierigen Leser dazu verleiten, die undurchdringlichen Versprechen zu entschlüsseln. Vom vierzehnten bis zum siebzehnten Jahrhundert wurde die alchemistische Literatur sowohl von denjenigen gelesen, interpretiert und neu erdacht, die über ein voll funktionsfähiges Labor verfügten, als auch von denen, die ihren Pelikan nicht von ihrem Athanor unterscheiden konnten.
Jüngsten Studien von Wissenschaftshistorikern ist es gelungen, die schwierige Sprache dieser Texte zu entschlüsseln und die replizierbaren chemischen Verfahren hinter ihren Metaphern aufzudecken. Als literarische Untersuchung der Alchemie erforscht dieses Buch jedoch ein vielseitigeres Verständnis der Kunst in jener Zeit. Durch eine Analyse mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Texte und Manuskriptkulturen untersucht der Band die unzähligen Arten, wie die Alchemie in dieser Zeit konzeptualisiert wurde, und zwar von Kennern und Skeptikern gleichermaßen. Von Geoffrey Chaucers Spott über die Ohnmacht der alchemistischen "pryvetee" in den Canterbury Tales über John Gowers makrokosmische Hoffnung auf gesellschaftliche Verbesserung in der Confessio Amantis bis hin zu Elias Ashmoles engelhafter Alchemie im Theatrum chemicum britannicum, untersucht er die Naturphilosophie, die solch unterschiedlichen Darstellungen dieser "gleitenden Wissenschaft" zugrunde liegt, und schlägt eine Theorie der "alchemistischen Hermeneutik" als eine konspirative Lesart vor, die die Alchemie in allem sieht.