
Locke on Persons and Personal Identity
Ruth Boeker bietet eine neue Perspektive auf Lockes Darstellung von Personen und persönlicher Identität, indem sie sie im Kontext seines umfassenderen philosophischen Projekts und der philosophischen Debatten seiner Zeit betrachtet. Ihre Interpretation unterstreicht die Bedeutung der moralischen und religiösen Dimension seiner Auffassung.
Indem sie Lockes allgemeinen Ansatz zu Fragen der Identität ernst nimmt, zeigt Boeker, dass wir seine Darstellung der Person getrennt von seiner Darstellung der persönlichen Identität im Laufe der Zeit betrachten sollten. Auf dieser Grundlage argumentiert sie, dass Locke eine moralische Auffassung von Personsein vertritt, der zufolge Personen Subjekte der Rechenschaftspflicht sind, und dass sein besonderes Denken über moralische Rechenschaftspflicht erklärt, warum er die Gleichheit des Bewusstseins als notwendig für die persönliche Identität über die Zeit ansieht.
Im Gegensatz zu einigen neo-Locke'schen Ansichten über die persönliche Identität argumentiert Boeker, dass Lockes Darstellung der persönlichen Identität nicht per se psychologisch ist, sondern dass vielmehr seine zugrundeliegenden moralischen, religiösen, metaphysischen und epistemischen Hintergrundüberzeugungen relevant sind, um zu verstehen, warum er für eine bewusstseinsbasierte Darstellung der persönlichen Identität plädiert. Die Berücksichtigung seiner zugrundeliegenden Hintergrundüberzeugungen wirft nicht nur ein Licht auf die Frage, warum viele seiner frühen Kritiker Lockes Ansicht nicht übernehmen, sondern zeigt auch, warum seine Ansicht nicht so einfach abgetan werden kann, wie einige seiner Kritiker annehmen.