
Loisaida as Urban Laboratory: Puerto Rican Community Activism in New York
Loisaida als urbanes Laboratorium ist die erste eingehende Analyse des Netzwerks puertoricanischer Gemeindeaktivisten in der Lower East Side von New York City zwischen 1964 und 2001. Timo Schrader verbindet Sozialgeschichte, Kulturgeschichte, Latino-Studien, ethnische Studien, Studien über soziale Bewegungen und Urbanistik und deckt die radikale Geschichte der Lower East Side auf. Da die Rolle von Institutionen und Gruppen im puertoricanischen Community-Aktivismus des 20. und 21. Jahrhunderts nur wenig erforscht ist, bereichert Schrader die wachsende Diskussion um alternative Urbanismen.
Loisaida gehörte zu einer wachsenden Zahl von Stadtvierteln, die eine neue Form des städtischen Lebens anstrebten. Der Begriff Loisaida wurde von dem Aktivisten und Dichter Bittman „Bimbo“ Rivas in einem unveröffentlichten Gedicht mit dem Titel „Loisaida“ aus dem Jahr 1974 für einen Teil der Lower East Side geprägt und dann allgemein übernommen. Die Verwendung dieser spanglischen Version anstelle anderer gebräuchlicher Bezeichnungen ehrt den Namen, den die Bewohner selbst wählten, um den Immobilienentwicklern zu begegnen, die das Gebiet East Village oder Alphabet City nannten, um mehr Künstler anzuziehen und das Viertel letztlich zu gentrifizieren.
Seit den 1980er Jahren diskutieren Stadtplaner und Wissenschaftler über Strategien der Stadtentwicklung, die die Idee aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg von Stadtvierteln als gemeinschaftlich geführte und ökologisch bewusste Einheiten wieder aufgreifen. Diese „neuen urbanistischen“ Ideale spiegeln sich in Schraders reichhaltiger historischer und ethnografischer Studie über den Aktivismus in Loisaida wider, die eine lebendige Geschichte des Kampfes der puertoricanischen Gemeinschaft um das Recht, in ihrem Heimatviertel zu bleiben und dort in Würde zu leben, erzählt.