Bewertung:

Das Buch bietet eine mitfühlende Darstellung des viktorianischen Londons, wobei der Schwerpunkt auf dem Leben der Armen liegt, was an Dickens erinnert. Auch wenn der anfängliche Stil eine Herausforderung darstellt, werden viele Leser im weiteren Verlauf der Geschichte verzaubert sein. Das Buch ist eine wertvolle Quelle für historische Einblicke, insbesondere in das weniger gut dokumentierte Leben der ärmeren Bevölkerungsschichten.
Vorteile:Mitfühlende Darstellung der Armen, hervorragende Einblicke in das viktorianische London, fesselnde Erzählung, die mit der Zeit immer besser wird, wertvoll für die historische Forschung, guter Kontext für die Ahnenforschung.
Nachteile:Wortreicher und formaler Schreibstil zu Beginn, Illustrationen sind etwas unscharf, möglicherweise nicht für alle Leser geeignet.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
London: A Pilgrimage
London: A Pilgrimage“ wurde 1868 von dem Journalisten und Dramatiker Blanchard Jerrold konzipiert. In Begleitung des berühmten Künstlers Gustave Dor durchstreifte Jerrold jeden Winkel der pulsierenden Metropole, manchmal mit Polizei in Zivil zum Schutz. London: A Pilgrimage“ ist ein vergessener Klassiker des Sozialjournalismus, ein freimütiger und brutaler Blick auf das von Armut geprägte, Gin trinkende London des neunzehnten Jahrhunderts, geschrieben in einem scharfsinnigen, kühnen und fesselnden Stil.
180 unglaubliche Radierungen von Dor begleiten Jerrold auf seiner Odyssee durch die pulsierende Stadt, in die Gaswerke von Lambeth, in schäbige Opiumhöhlen und schmuddelige Badehäuser; sie werfen einen neugierigen Blick auf das verzweifelte Leben der Blumenverkäufer, Lavendelmädchen und Leierkastenmänner. London: A Pilgrimage“ ist ein aufschlussreiches Werk, das die chaotische und düstere Vergangenheit einer großen Stadt an der Schwelle zur Neuzeit lebendig werden lässt.
Peter Ackroyds ausgezeichnete Einführung wirft weiteres Licht auf die Zeit und den Kontext, in dem Jerrold und Dor sich gezwungen sahen, der Welt das Elend, in dem London langsam versank, vor Augen zu führen.