Bewertung:

Das Buch erforscht die Auswirkungen des digitalen Gedächtnisses und die gesellschaftlichen Folgen der Unfähigkeit zu vergessen im digitalen Zeitalter und untersucht, wie sich die historischen Kontexte des Gedächtnisses mit dem technologischen Fortschritt verändert haben. Es werden Argumente dafür angeführt, warum das Vergessen für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung wichtig ist, und es wird über die rechtlichen und ethischen Herausforderungen nachgedacht, die sich durch permanente Online-Aufzeichnungen ergeben.
Vorteile:⬤ Bietet einen interessanten historischen Überblick über Gedächtnis und Informationsspeicherung.
⬤ Bietet ein überzeugendes Argument für die Notwendigkeit des Vergessens in der menschlichen Gesellschaft.
⬤ Beschäftigt sich mit den rechtlichen und technologischen Implikationen des digitalen Gedächtnisses.
⬤ Gut durchdachte Ideen und reichhaltige konzeptionelle Analysen.
⬤ Sehr gut lesbar und relevant für moderne soziale Fragen.
⬤ Aufgeteilt in zwei verschiedene Abschnitte, die möglicherweise nicht alle Leser ansprechen.
⬤ Einige Inhalte könnten denjenigen, die mit Fragen des digitalen Gedächtnisses vertraut sind, veraltet oder bereits bekannt vorkommen.
⬤ Es fehlen konkrete technische Lösungen für die vorgestellten Probleme.
⬤ Einige Beispiele und Argumente können als vereinfachend oder nicht völlig überzeugend angesehen werden.
(basierend auf 16 Leserbewertungen)
Delete: The Virtue of Forgetting in the Digital Age
Delete befasst sich mit dem überraschenden Phänomen des perfekten Erinnerns im digitalen Zeitalter und zeigt, warum wir unsere Fähigkeit zu vergessen wieder einführen müssen. Die digitale Technologie gibt uns so viele Möglichkeiten wie nie zuvor, hat aber auch unvorhersehbare Folgen. Potenziell demütigende Inhalte auf Facebook sind im Cyberspace für zukünftige Arbeitgeber sichtbar. Google merkt sich alles, wonach wir gesucht haben und wann. Die digitale Welt erinnert sich an das, was manchmal besser vergessen wird, und das hat tiefgreifende Folgen für uns alle.
In „Löschen“ zeichnet Viktor Mayer-Sch nberger die wichtige Rolle nach, die das Vergessen im Laufe der Menschheitsgeschichte gespielt hat - von der Fähigkeit, unbelastet von der Vergangenheit gute Entscheidungen zu treffen, bis hin zur Möglichkeit einer zweiten Chance. Das geschriebene Wort ermöglichte es den Menschen, sich über Generationen und Zeiten hinweg zu erinnern, doch heute setzen digitale Technologie und globale Netzwerke unsere natürliche Fähigkeit zu vergessen außer Kraft - die Vergangenheit ist allgegenwärtig und kann mit einem Mausklick abgerufen werden. Mayer-Sch nberger untersucht die Technologie, die das Ende des Vergessens beg nstigt - Digitalisierung, billige Speicherung und einfaches Abrufen, globaler Zugriff und immer leistungsf higere Software - und beschreibt die Gefahren des ewigen digitalen Gedächtnisses, seien es veraltete, aus dem Zusammenhang gerissene Informationen oder kompromittierende Fotos, die uns das Web nicht vergessen l sst. Er erklärt, warum Datenschutzrechte und andere Abhilfemaßnahmen uns nicht helfen können, und schlägt eine genial einfache Lösung vor - Verfallsdaten auf Informationen -, die es vielleicht doch tun.
Delete ist ein augenöffnendes Buch, das uns helfen wird, uns daran zu erinnern, wie wir im digitalen Zeitalter vergessen können.