
Lotus Blossoms and Purple Clouds: Monastic Buddhism in Post-Mao China
Der Südosten Chinas ist eine traditionelle Hochburg des Buddhismus, doch wurde dieser Tatsache bisher nur wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit geschenkt. Brian Nichols' bahnbrechendes Buch "Lotusblüten und lila Wolken" konzentriert sich auf ein großes buddhistisches Kloster in Quanzhou und verbindet ethnografische Details mit anregender Analyse, um die Religion im China der Nach-Mao-Zeit zu untersuchen.
Nichols führte über einen Zeitraum von vierzehn Jahren (2005-2019) mehr als sechsundzwanzig Monate Feldforschung durch, um eine Neubeschreibung des chinesischen monastischen Buddhismus zu entwickeln, die über kanonische Quellen und Meistererzählungen hinausgeht und lokale Texte, materielle Kultur, mündliche Überlieferung und lebendige Traditionen berücksichtigt. Seine Arbeit dezentriert normative Darstellungen und beleuchtet, wie der Buddhismus gelebt und praktiziert wird. Er macht die Leser mit dem Kaiyuan-Kloster in Quanzhou und seiner Gemeinschaft von Geistlichen bekannt, die sich bemühen, die Traditionen nach den Wirren der maoistischen Ära wiederzubeleben; mit den buddhistischen Laien, die in den Höfen und Hallen des Klosters beten; mit den Busladungen von Touristen, die die Gebäude und Artefakte des Klosters bestaunen, von denen einige bis in die Tang-Dynastie (9.
Jahrhundert) zurückreichen; und mit den lokalen Beamten, die sich für die Unterstützung - und die Einschränkung - der Rückkehr der Religion einsetzen. Anhand von Ortsverzeichnissen, Epigraphik und anderen Archivquellen zeichnet Nichols zunächst die Geschichte des Kaiyuan-Klosters in Quanzhou von der Tang-Dynastie bis in die Gegenwart nach und verweist auf die anhaltende Bedeutung übernatürlicher Ereignisse wie der lotusblühenden Maulbeerbäume und der verheißungsvollen violetten Wolken, die mit der Gründung des Klosters in Verbindung gebracht werden.
Das heutige Kloster wird dann durch ethnografische Teilnahme/Beobachtung und Interviews erforscht. Nichols deckt eine Reihe unerwarteter Merkmale des buddhistischen religiösen Lebens auf und belegt die grundlegend liturgische Natur der buddhistischen Klosterpraxis, die durch das tägliche Rezitieren von dharaṇi (heiligen Texten), esoterische Traditionen und Ahnenverehrung gekennzeichnet ist.
Schließlich präsentiert er eine innovative räumliche Analyse des Tempels des Kaiyuan-Klosters in Quanzhou, die aufzeigt, wie verschiedene Gruppen den Ort nutzen, um einen Ort der religiösen Praxis, eine Touristenattraktion und einen Gemeindepark zu schaffen.