Bewertung:

Das Buch untersucht M.N. Roys Entwicklung des radikalen Humanismus im Osten und stellt die Auffassung in Frage, dass der Humanismus ausschließlich im Westen entstanden ist. Es betont seinen Weg durch den Kommunismus, den Nationalismus und seine spätere Rolle als kosmopolitischer Humanist, wobei sein Fokus auf Moral und Freiheit unabhängig von der Religion liegt.
Vorteile:Das Buch präsentiert eine bedeutende und oft übersehene Perspektive auf den Humanismus, die M.N. Roys Beiträge einschließt. Es verbindet auf wirksame Weise einen wissenschaftlichen Ansatz mit der Moralphilosophie, was es für die heutigen Diskussionen relevant macht. Die Einleitung von Prometheus Books trägt dazu bei, Roys spätere Ideen und Rolle zu klären.
Nachteile:Einige Leser könnten den historischen Kontext und die philosophischen Argumente als komplex oder schwierig empfinden, sich zurechtzufinden. Möglicherweise fehlt es an umfassenderen Beispielen, die über Roys Leben hinausgehen und dazu beitragen könnten, seine Ideen weiter zu kontextualisieren.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
M.N. Roy: Radical Humanist: Selected Writings
Als der Humanismus im Westen zum ersten Mal durch Veröffentlichungen wie das Humanistische Manifest im Jahr 1933 große öffentliche Aufmerksamkeit erlangte, entwickelte sich der Humanismus, ohne dass dies den meisten Menschen im Westen bewusst war, parallel dazu in Indien, vor allem dank der Bemühungen des Philosophen und politischen Aktivisten M. N.
Roy (1887-1954). Leider wurden die europäischen Humanisten erst in den frühen fünfziger Jahren, am Ende von Roys Leben, auf seine Arbeit aufmerksam. Um die bedauerliche Vernachlässigung eines der bedeutendsten indischen Intellektuellen im Westen zu korrigieren, hat der Philosoph Innaiah Narisetti diese neue Sammlung von Roys bedeutendsten Werken zusammengestellt.
Roy verstand den Humanismus als eine wissenschaftliche, ganzheitliche und radikal neue Weltanschauung.
Unter den vielen interessanten Beiträgen in diesem Band sind Roys "Principles of Radical Democracy: 22 Theses" besonders repräsentativ für sein Denken. Hier betonte er die Ethik und lehnte übernatürliche Interpretationen als Gegensatz zu seiner wissenschaftlich orientierten Konzeption des "neuen Humanismus" ab.
Er betonte auch die Bedeutung einer allgemeinen Bildung, um den Durchschnittsbürger zu einem wissenschaftlich gebildeten Menschen zu machen und ihm kritisches Denken beizubringen. Roy war nicht nur ein Denker, sondern auch ein Macher. In den 1930er Jahren verbrachte er sechs Jahre in einem indischen Gefängnis, weil er sich der britischen Herrschaft in Indien widersetzte.
Für Geisteswissenschaftler, Philosophen, Politikwissenschaftler und andere wird M. N. Roys einzigartige und immer noch sehr relevante Sicht des Humanismus großen Anklang finden und über seinen ursprünglichen indischen Kontext hinaus breite Anwendung finden.