
Maimonides: A Radical Religious Philosopher
War Maimonides ein radikaler Philosoph, der auf subtile Weise für eine naturalistische Welt plädierte und die Verpflichtung, die Gebote der Tora zu halten, als soziale und moralische Verpflichtung ansah - oder war er ein konservativer jüdischer Gläubiger, der lediglich versuchte, philosophische Argumente für eine Offenbarungsreligion zu formulieren? Diese Frage steht seit dem 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit im Mittelpunkt der Interpretation von Maimonides.
In den vier Kapiteln dieses Buches plädiert Shalom Sadik für eine radikale philosophische Interpretation von Maimonides. Im ersten Kapitel analysiert Sadik die esoterische Methode, die Maimonides bei der Abfassung des Leitfadens der Verwirrten anwandte. Diese Analyse versucht zu zeigen, dass Maimonides mit dem Leitfaden zwei verschiedene Zielgruppen ansprach: 1.
Den verwirrten Leser, der über einen soliden philosophischen Hintergrund verfügt und mit der wörtlichen Auslegung des Judentums und seiner religiösen Texte kämpft; 2. den Studenten, dem ein tiefer philosophischer Hintergrund fehlt.
Auf der Grundlage dieser Unterscheidung kann man die verschiedenen Ziele von Maimonides im Leitfaden erkennen und so eine moderne Methode der Auslegung des Buches entwickeln - eine Methode, die Sadik vorschlägt, die von akademischen Gelehrten übernommen werden sollte. In den verbleibenden drei Kapiteln analysiert Sadik die Meinung von Maimonides zu den Themen der Natur des freien Willens und des psychologischen Prozesses der Wahl; er untersucht die Frage der erkenntnistheoretischen Bedeutung allgemein akzeptierter Meinungen und befasst sich mit der Beziehung zwischen den biblischen Geboten und der Frage des Naturrechts.