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Manifold Destiny: Arabs at an American Crossroads of Exceptional Rule
An der Grenze, an der Brasilien, Paraguay und Argentinien unter der Aufsicht der USA und des Mercosur (des großen südamerikanischen Handelsblocks) aufeinandertreffen, erfüllen die Araber seit langem das, was der Autor John Tofik Karam ein "vielfältiges Schicksal" nennt. Karam stellt Libanesen, Palästinenser und Syrer an dieser amerikanischen Grenze als zufällige Protagonisten einer hemisphärischen Saga dar.
In den mehr als sechs Jahrzehnten, seit sie sich an der trinationalen Grenze zwischen Brasilien, Paraguay und Argentinien niedergelassen haben, haben die Araber die Hemisphäre belebt. Ihre transnationalen wirtschaftlichen und sozialen Projekte offenbaren einen bisher nicht anerkannten Ort der Ausnahmeregelung, an dem die Gemeinschaft die unterschiedlichen Aufhebungen von Normen und Gesetzen durch mehrere Staaten akzeptiert und erträgt. Unter den autoritären Militärregierungen der 1950er- bis 1980er-Jahre errichteten die Araber an der Grenze Geschäfte und Gemeindezentren; als ihnen danach die volle demokratische Selbstbestimmung verweigert wurde, wurden sie stattdessen von den 1990er-Jahren bis heute zunehmend überwacht. Karam zeigt die unvollendete Geschichte einer außergewöhnlichen Herrschaft auf, die die Araber von einer autoritären Vergangenheit bis zu einer antiterroristischen Gegenwart begleiten.
Karams fesselnder Bericht stützt sich auf anthropologische und historische Forschungen auf beiden Seiten dieser trinationalen südamerikanischen Grenze sowie in den USA, wo Regierungsbeamte die Araber an der Grenze immer noch verdächtigen, terroristische Umstürze begehen zu wollen. Manifold Destiny bietet ein neues Verständnis der Hemisphäre und bringt die transnationale Wende der Nahoststudien in die Bereiche der Amerikastudien, Brasilienstudien und Lateinamerikastudien ein.