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Mapping Beyond Measure: Art, Cartography, and the Space of Global Modernity
Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich eine wachsende Zahl von bildenden Künstlern von den Verflechtungen von Schönheit und Macht, Wahrheit und Künstlichkeit sowie der Fantasie und Funktionalität, die sie in der geografischen Kartenerstellung sehen, faszinieren lassen. Dieses Feld der "Kartenkunst" ist in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund gerückt, doch die kritische Literatur zu diesem Thema hat sich weitgehend auf allgemeine Übersichten über das Feld beschränkt.
In Mapping Beyond Measure analysiert Simon Ferdinand verschiedene kartenbasierte Werke der Malerei, der Collage, des Films, der Walking Performance und der digitalen Zeichnung, die in Großbritannien, Japan, den Niederlanden, der Ukraine, den Vereinigten Staaten und der ehemaligen Sowjetunion entstanden sind, und vertritt die These, dass sie gemeinsam die vorherrschende moderne Sichtweise der Welt als messbaren und formbaren geometrischen Raum in Frage stellen. Diese Herausforderung hat starke politische Auswirkungen, denn auf der Grundlage der geometrischen Weltsicht der Moderne haben die Staaten den sozialen Raum gesetzlich geregelt, das Kapital hat die globalen Märkte koordiniert und ferne Umgebungen ausgebeutet, und mächtige kartografische Institutionen haben die exklusive Autorität bei der Erstellung von Karten beansprucht.
Mapping Beyond Measure betritt Neuland, indem es eine Reihe von genauen Lesungen bedeutender Kartenkunstwerke im anhaltenden Dialog mit Raumtheoretikern wie Peter Sloterdijk, Zygmunt Bauman und Michel de Certeau vornimmt. Auf diese Weise zeigt Ferdinand, wie die Kartenkunst einige der zentralen Mythen und Erzählungen von Brüchen in Frage stellt, durch die der moderne Raum traditionell imaginiert wurde, und begründet den besonderen Wert der Kartenkunst inmitten einer breiteren zeitgenössischen Verschiebung hin zur digitalen Kartierung.