
Mapping Fairy-Tale Space: Pastiche and Metafiction in Borderless Tales
Mapping Fairy-Tale Space: Pastiche and Metafiction in Borderless Tales (Pastiche und Metafiktion in grenzenlosen Märchen) von Christy Williams verwendet die Metapher der Kartierung, um die in populären Märchen des einundzwanzigsten Jahrhunderts verwendeten Erzählstrategien zu untersuchen. Jahrhunderts. Sie analysiert die Fernsehserien Once Upon a Time und Secret Garden (ein koreanisches Drama), die Jugendromanserie The Lunar Chronicles, die Indexing-Serienromane und drei experimentelle Kurzgeschichten von Kelly Link. Einige dieser Texte rekonfigurieren bekannte Märchen, indem sie einzelne Geschichten zu einer einzigen Erzählwelt zusammenfügen; andere wiederum beziehen sich selbst auf Märchen als Orientierungshilfe. Im Mittelpunkt dieser zeitgenössischen Erzählungen steht eine Krise der Relevanz und Nachhaltigkeit von Märchen, und Williams argumentiert, dass sie das Märchen sowohl als relevantes Genre aufgreifen als auch neu gestalten, um eine neue Art von Märchen zu schaffen.
Mapping Fairy-Tale Space ist in zwei Teile gegliedert. Teil 1 analysiert Märchentexte, die mehrere unterschiedliche Märchen zusammenfassen, so dass sie dieselbe Geschichtenwelt bevölkern und das Märchengenre in eine fiktionale Geografie grenzenloser Geschichten verwandeln. Williams untersucht die komplexe narrative Umstrukturierung, die durch diese Form des Mash-up ermöglicht wird, und erweitert postmoderne Argumente, um zu zeigen, dass das Märchenpastiche eine kritische Form der Nacherzählung ist, die das Märchengenre feiert und gleichzeitig überholte ideologische Konstrukte kritisiert. In Teil 2 wird die metaphorische Verwendung von Märchen als Landkarten oder Wegweiser für gelebte Erfahrungen analysiert. In diesen Texten benutzen die Figuren Märchen, um sich in ihren eigenen Situationen zurechtzufinden und sie zu umgehen, aber die Märchen sind unwirksame Landkarten, bis die Figuren andere Wege und Enden für sich selbst entwerfen oder die Märchen als Landkarten gänzlich ablehnen. Williams konzentriert sich darauf, wie erfinderische narrative und visuelle Erzähltechniken metafiktionale Kommentare zu Märchen in den Texten selbst ermöglichen.
Mapping Fairy-Tale Space vertritt die These, dass diese Texte bei der Neugestaltung des Märchengenres nicht so sehr unerforschtes Terrain abstecken, sondern sich dem bestehenden Märchenraum aus neuen Richtungen nähern und das Genre in dem Maße neu gestalten, wie sich unser kollektiver Gebrauch von Märchen verändert. Studenten und Wissenschaftler der Märchen- und Medienwissenschaft werden diesen neuen Ansatz begrüßen.