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Marie NDiaye: Blankness and Recognition
Dies ist die erste kritische Studie in englischer Sprache, die sich ausschließlich auf das Werk von Marie NDiaye konzentriert. Die 1967 in Zentralfrankreich geborene Autorin wurde mit dem Prix Femina (2001) und dem Prix Goncourt (2009) ausgezeichnet, stand auf der Shortlist für den Man Booker International Prize (2013) und gilt weithin als eine der wichtigsten französischen Autorinnen ihrer Generation.
Andrew Asibong argumentiert, dass im Herzen von NDiayes Welt eine undefinierbare Leere lauert, die es dem Leser unmöglich macht, die Erzählung auf der Ebene der Psychologie oder des Ereignisses zu entschlüsseln. NDiayes Texte erforschen soziale Stigmata und familiäre Zerrüttung mit einer Gewalt, die von keinem ihrer Zeitgenossen erreicht wird, aber dabei bleiben sie so seltsam affektlos und unerkennbar wie ihre distanzierten Protagonisten.
Asibong betrachtet jedes von NDiayes Werken in chronologischer Reihenfolge (einschließlich ihrer Romane, Theaterstücke, Kurzgeschichten und Texte für Kinder) und bewertet die ästhetischen, emotionalen und politischen Aspekte von NDiayes Porträts eines undurchdringlichen Selbstseins. Sein Buch bietet einen originellen und provokativen Rahmen, um NDiaye als hybride und hyperfranzösische kulturelle Figur zu lesen, als faszinierende und fantastische Vertreterin der postmodernen - und widerwillig postkolonialen - "leeren Künste".