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Lebendige Porträts einer neuen Generation von Amerikanern, die sich inmitten eines kulturellen Wandels befinden
Die in New York lebende tschechische Fotografin Marie Tomanova (geb. 1984) lässt ihrem 2019 erschienenen Buch Young American einen zweiten Band mit Farbporträts der Generation der Nullerjahre in New York City folgen, wobei sie den verschiedenen Gesichtern von Amerikas Zukunft und ihrem Prozess der lebenswichtigen Neugestaltung von Vorstellungen von Geschlecht, Gesellschaft und Kultur besondere Aufmerksamkeit schenkt. In ihren fesselnden und aufrichtigen Tagebüchern spiegeln sich die Vitalität und der raue Geist der amerikanischen Jugend wider. Ihre Porträtierten werden auf Partys, bei Vernissagen, in Parks und in Wohnungen fotografiert, wobei ihre Gesichter den größten Teil des Bildausschnitts ausfüllen. Sie haben einen intimen Blick, der direkt in die Linse zurückstarrt, umrahmt von einer Vielzahl von Haaren, Make-up, Piercings und Hauttönen.
Tomanova ist in der Tschechischen Republik aufgewachsen und hat seit ihrer Übersiedlung in die Vereinigten Staaten im Jahr 2010 die Fotografie genutzt, um ihre Gefühle der Vertreibung und das sich entwickelnde Gefühl der Zugehörigkeit in Amerika festzuhalten. Insgesamt spiegeln Tomanovas Serien von Selbstporträts und Jugendfotografie ihren introspektiven Blick auf Fragen der Identität und Isolation wider.
Der Fotograf Ryan McGinley schreibt in seiner Einleitung zu Young American: "Dies ist eine Zukunft ohne Geschlechtertrennungen und veraltete Definitionen von Schönheit. In Maries Welt können die Menschen einfach nur sein. Ich wünschte, die gesamte Jugendkultur Amerikas sähe so aus wie Maries Fotos von Downtown, vielfältig und integrativ".