
Marylin: A Novel of Passing
Marylin, ein Roman des österreichischen Schriftstellers Arthur Rundt über eine gemischtrassige Frau, die als Weiße durchgeht, zieht von Chicago nach New York City und endet tragisch auf einer karibischen Insel.
Der 1928 erstmals veröffentlichte und nun ins Englische übersetzte Roman bietet einen europäischen Blick auf die Rassenvorstellungen in den USA während der Zeit der Harlem Renaissance und der Jim Crow. Rundts kurzer, aber eindringlicher Roman berührt mehrere wichtige Themen der heutigen Gesellschaft und greift sie in einer Weise auf, die zu weiterer Untersuchung und gegenseitiger Befruchtung anregt.
Erstens wirft er ein historisches Licht auf das, was in der Ära von Black Lives Matter schmerzhaft offensichtlich geworden ist (wenn es das nicht schon vorher war): die anhaltende Ungerechtigkeit, die Schwarze in Amerika als Folge des strukturellen Rassismus erfahren. Zweitens setzt sie sich mit Fragen der Migration und hybriden Identitäten auseinander. Drittens hat es durch die Interaktion der Titelfigur mit dem Patriarchat Relevanz für die Frauenforschung.
Durch diese Verbindungen reagiert es auf eine wachsende Strömung in der Germanistik, die sich mit Diversität und Inklusion und der Integration der Disziplin in die breiteren Geisteswissenschaften beschäftigt. Eine Einleitung und ein Nachwort, beide umfangreich und wissenschaftlich, kontextualisieren den Roman in seiner Zeit und in Bezug auf unsere Zeit.