
Masculine Figures: Fashioning Men and the Novel in Nineteenth-Century Spain
Auf der Grundlage jahrelanger Archivrecherchen in Madrid und Barcelona bietet diese interdisziplinäre Studie einen neuen Ansatz, um zu verstehen, wie Männer sich selbst und ihren Platz in einer Nation darstellten, die nach fast einem Jahrhundert des Bürgerkriegs, kolonialer Verstrickungen und imperialer Verluste um Modernisierung kämpfte.
Männliche Figuren ist die erste Studie, die einen umfassenden Überblick über konkurrierende Männlichkeitsmodelle im Spanien des 19. Jahrhunderts bietet, und sie ist besonders neu in ihrer Behandlung katalanischer Texte und bisher nicht untersuchter Belege (z.
B. Kaufhauskataloge, kommerzielle Werbung, Modetafeln und Zeitschriften der Herrenschneiderei). Die fiktionale Männlichkeit spielt eine symbolische Rolle bei der Darstellung und Verhandlung der Widersprüche, auf die männliche Romanautoren bei ihren Versuchen, sich nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Geschäftsleute, Professoren, Rechtsanwälte und Politiker zu professionalisieren, häufig stießen.
Durch spezifische und wiederkehrende Figuren wie den Studenten, den Priester, den Geschäftsmann und den Erben porträtieren und repräsentieren männliche Romanautoren eine zunehmend bürgerliche Welt, die im Widerspruch zu den Werten und Tugenden steht, die sie aus der imperialen spanischen Vergangenheit geerbt und aus industrialisierten Ländern wie England und Frankreich importiert haben. Die visuelle Kultur der Zeit und des Ortes markiert die materielle Wende in der bürgerlichen Männlichkeit und bildet die Bühne für Diskussionen über Ethnie und Sexualität.