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Medicine and Memory in Tibet: Amchi Physicians in an Age of Reform
Noch vor fünfzig Jahren galt die tibetische Medizin, die heute in China als ein lebendiger Aspekt der tibetischen Kultur angesehen wird, als feudales Überbleibsel, das durch eine von der Regierung gesteuerte soziale Umgestaltung beseitigt werden sollte.
Medizin und Erinnerung in Tibet untersucht die Wiederbelebung der Medizin an den geografischen und soziopolitischen Rändern sowohl Chinas als auch des tibetischen medizinischen Establishments in Lhasa, indem es die Arbeit von Medizinern, den amchi, und von Medizinischen Häusern in der westlich-zentralen Region Tsang untersucht. Aufgrund des schwierigen Forschungszugangs und der Macht staatlicher Institutionen in der Geschichtsschreibung fehlten die Perspektiven der eher marginalen amchi in den meisten Darstellungen der tibetischen Medizin.
Theresia Hofer betritt sowohl theoretisch als auch ethnographisch Neuland, und zwar in einer Weise, die in dem heutigen restriktiven politischen Klima, das den Zugang für Forscher stark einschränkt, unmöglich wäre. Sie beleuchtet, wie Mediziner trotz großer Widrigkeiten und persönlicher Entbehrungen ihr berufliches Erbe bewahrten.