Bewertung:

Das Buch ist eine gründlich recherchierte und wichtige Untersuchung der historischen Erfahrungen schwarzer Frauen auf dem Gebiet der Gynäkologie, in der ihre Beiträge und der medizinische Missbrauch, dem sie ausgesetzt waren, detailliert beschrieben werden. Es wird jedem empfohlen, der sich für das Thema interessiert, insbesondere innerhalb der medizinischen Gemeinschaft, aber einige Leser finden es eher akademisch oder lehrbuchartig und nicht emotional ansprechend.
Vorteile:Gut recherchiert, informativ, wichtige historische Perspektive, unerlässlich für das Verständnis der Geschichte der Gynäkologie und der Beiträge schwarzer Frauen, empfohlen für medizinische Fachkräfte, bietet wertvolle Einblicke.
Nachteile:Liest sich eher wie ein Lehrbuch als eine Erzählung, es fehlt an emotionalem Engagement und persönlichen Geschichten, spricht möglicherweise keine Leser außerhalb akademischer Kreise an, einige empfanden es als repetitiv.
(basierend auf 23 Leserbewertungen)
Medical Bondage: Race, Gender, and the Origins of American Gynecology
Die Leistungen von Pionierärzten wie John Peter Mettauer, James Marion Sims und Nathan Bozeman sind gut dokumentiert. Es ist auch kein Geheimnis, dass diese Gynäkologen im 19. Jahrhundert experimentelle Kaiserschnitte, Ovariotomien und Fisteloperationen hauptsächlich an armen und machtlosen Frauen durchführten. Medical Bondage betritt Neuland, indem es untersucht, wie und warum Ärzte diesen Frauen ihr volles Menschsein absprachen und sie dennoch als „medizinische Superkörper“ schätzten, die sich hervorragend für medizinische Experimente eigneten.
In Medical Bondage untersucht Cooper Owens ein breites Spektrum an wissenschaftlicher Literatur und weniger formellen Mitteilungen, in denen Gynäkologen medizinische Fiktionen über ihre Patientinnen schufen und verbreiteten, wie z. B. ihre Überzeugung, dass schwarze versklavte Frauen Schmerzen besser ertragen konnten als weiße „Damen“. Während sie die Medizin voranbrachten, legitimierten diese Ärzte noch jahrzehntelang unbegründete Theorien über Weiße und Schwarze, Männer und Frauen und die Unterlegenheit anderer Ethnien oder Nationalitäten.
Medical Bondage bewegt sich zwischen den Plantagen des Südens und den städtischen Zentren des Nordens, um aufzuzeigen, wie die amerikanischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts über Ethnie, Gesundheit und Status die Beziehungen zwischen Arzt und Patient an Orten der Heilung wie Sklavenhütten, medizinischen Fakultäten und Krankenhäusern beeinflussten. Es erzählt auch die Geschichte der schwarzen versklavten Frauen und der irischen Einwanderinnen aus der Perspektive dieser ausgebeuteten Gruppen und gibt uns so ein Bild ihres Lebens zurück.