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My Years in Theresienstadt: How One Woman Survived the Holocaust
Sie hat gelernt, zu verzeihen, aber sie kann niemals vergessen. Und das können wir auch nicht.
Gerty Spies wurde 1897 in Trier als Tochter einer jüdischen Familie geboren, deren Vorfahren seit Jahrhunderten in Deutschland lebten. Von den Nazis von ihrer Familie getrennt, wurde sie in das tschechische Lager Theresienstadt geschickt. Es war ein merkwürdiger Ort: Er wurde als Altersruhesitz propagiert, ein Schauplatz der Nazi-Propaganda, wo Juden den Krieg aussitzen konnten.
Tatsächlich aber war es eine Zwischenstation für diejenigen, die für das Vernichtungslager Auschwitz bestimmt waren. Isoliert von der Außenwelt, umgeben vom Tod, zog sich Spies in ihr Inneres zurück, um sich auf menschliche, kulturelle und andere Werte zu konzentrieren.
Ihre im Lager entdeckte Begabung für das Schreiben ermöglichte es ihr, geistige und körperliche Erniedrigungen zu überwinden und zu triumphieren, ihre eigene Integrität zu bewahren, nicht zuzulassen, dass das Böse ihre liebevolle Natur zerstört, und schließlich den Glauben an die Menschheit nicht zu verlieren. Am Ende des Krieges starben in Theresienstadt 33 000 Menschen an Krankheiten und Unterernährung.
Spies' Werk steht in einer Spannung zwischen dem Ausdruck der Lagerrealität und der Vorstellung einer idealisierten Vergangenheit. Einfühlsam und humorvoll, aber nie verbittert, sind ihre Geschichten über den Kampf ums Überleben Ausdruck ihrer eigenen moralischen Haltung.