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Melancholy and the Otherness of God: A Study of the Hermeneutics of Depression
Eine beeindruckende Studie, die den Leser zum philosophischen Nachdenken über die Hermeneutik der Melancholie in ihrer Beziehung zum reifenden theologischen Verständnis und zur Kultivierung eines tiefen Selbstbewusstseins anregt.
Melancholie wurde als Todsünde oder dämonische Versuchung zum Nicht-Sein interpretiert, doch ihre Interpretationsgeschichte offenbart eine fortschreitende Auseinandersetzung mit der dunklen Stimmung, die sie schließlich als den eigenen Grund des Selbst und als eine Spur der abgründigen Natur Gottes enthüllt. Das Buch stellt zwei provokante Behauptungen auf: dass die Melancholie weit davon entfernt ist, ein kontingenter Zustand zu sein, und dass sie zunehmend als konstitutiv für die Subjektivität als solche anerkannt wird, als eine Spur göttlicher Andersartigkeit und göttlichen Pathos, und dass das Bemühen, die Melancholie zu transzendieren - wie Perseus, der Medusa besiegt -, eine notwendige Arbeit des reifenden Selbstbewusstseins ist.
Reduktive Versuche, sie zu beseitigen, sind nicht nur gefährlich utopisch, sondern bergen auch die Gefahr, die Seelenarbeit zu überwinden, die uns zu Menschen macht. In dieser Studie wird eine strenge wissenschaftliche Argumentation dargelegt, die mehrere Disziplinen umfasst, darunter Philosophie, Theologie, Psychologie und Literaturwissenschaft.