Bewertung:

Das Buch erforscht die Bedeutung der Baumverehrung in der indischen Kultur und konzentriert sich dabei auf heilige Bäume wie Pipal, Neem und Banyan. Es stellt überholte Ansichten über die Baumverehrung als primitiv in Frage und bietet reichhaltige Beschreibungen aus den Forschungen des Autors in Indien, die Bäume als lebende Wesen mit spiritueller Bedeutung darstellen. Das Buch wird für seine Detailgenauigkeit und seinen Einblick gelobt, aber auch kritisiert, weil es sich nicht ausreichend mit neueren anthropologischen Studien auseinandersetzt.
Vorteile:⬤ Reich an Details
⬤ bietet Berichte und Zeugnisse aus erster Hand
⬤ stellt überholte Ansichten über die Anbetung von Bäumen wirksam in Frage
⬤ hebt die globale Bedeutung von Bäumen in verschiedenen Kulturen hervor.
Könnte von einer stärkeren Auseinandersetzung mit der neueren Anthropologie und Ethnobiologie profitieren; es werden einige überholte Theorien angesprochen, die heute vielleicht nicht mehr relevant sind.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
People Trees: Worship of Trees in Northern India
In People Trees geht es um religiöse Vorstellungen von Bäumen in der kulturellen Welt der Baumverehrung an den Baumheiligtümern Nordindiens. Heilige Bäume werden in Indien seit Jahrtausenden verehrt, und auch heute noch wird der Baumkult in allen Gesellschaftsschichten in großem Umfang praktiziert.
In der Vergangenheit wurde die Baumverehrung von vielen westlichen Anthropologen und Religionswissenschaftlern als ein Paradebeispiel für kindlichen Animismus oder primitive Religion angesehen. In jüngster Zeit wird dieser Aspekt der religiösen Kulturen der Welt in den theoretischen Überlegungen der Gegenwart fast vollständig ignoriert.
Unter Einbeziehung von ethnographischen Feldforschungen und Texten, die noch nie ins Englische übersetzt wurden, bewertet David Haberman Konzepte wie Animismus, Anthropomorphismus und Persönlichkeit im Kontext der Verehrung des Pipal, eines Baumes mit mächtiger und zweideutiger Kraft, des Neem, einer verkörperten Form einer Göttin, deren Präsenz durch farbenfrohe Ornamente und eine am Stamm angebrachte Gesichtsmaske verstärkt wird, und des Banyan, eines Baumes, der für seine Assoziation mit Langlebigkeit und Unsterblichkeit bekannt ist, neu. Neben detaillierten Beschreibungen einer Vielzahl von Ritualen der Baumverehrung werden die praktischen Konsequenzen, die Wahrnehmungsmöglichkeiten und die implizite Umweltethik, die sich aus den indischen Vorstellungen über heilige Bäume ergeben, lebhaft erforscht.