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Human Trafficking: An Organized Crime?
Bei Menschenhandel denkt man an Gangster, die Menschen, oft Frauen und Mädchen, gegen ihren Willen und unter Androhung von Gewalt zu gefährlichen Tätigkeiten zwingen. Menschenhandel ist jedoch nicht auf das Sexgewerbe beschränkt, und dieses Bild ist unzureichend. Er kommt in vielen verschiedenen Branchen vor - in der Hauswirtschaft, im Baugewerbe, in Fabriken, auf Bauernhöfen und Fischerbooten - und betrifft Menschen aus der ganzen Welt.
Menschenhandel ist ein viel komplizierteres und nuancierteres Bild, als es gemeinhin dargestellt wird. Die Opfer durchlaufen auf ihrer Reise und an ihrem Bestimmungsort mehrere Kategorien und wandeln sich mehrmals vom geschleusten Migranten zum Opfer des Menschenhandels und wieder zurück. Das Entstehen eines kriminellen Schneeballsystems macht viele Opfer auch zu Komplizen ihrer eigenen Ausbeutung. Schließlich wird die Bedrohung durch die Beteiligung der organisierten Kriminalität kaum verstanden. Das Gewinnstreben und die Gewalttätigkeit, die mit dieser Art von Verbrechen einhergehen, machen den Menschenhandel für die Opfer noch gefährlicher und lassen sich nur schwer aufdecken oder bekämpfen.
Auf der Grundlage von Feldforschungen in Herkunfts-, Transit- und Zielländern analysieren die Autoren den Menschenhandel aus vier Ländern: Albanien, Eritrea, Nigeria und Vietnam. Es zeigt sich ein Geschäftsmodell, das sich als Reaktion auf Veränderungen in der Gesetzgebung, der Regierungsführung und den Strafverfolgungskapazitäten weiterentwickelt.