
Seeing Human Rights: Video Activism as a Proxy Profession
Eine Untersuchung darüber, wie Menschenrechtsorganisationen versuchen, den Videoaktivismus zu professionalisieren, während Video zu einem wichtigen Instrument zur Aufdeckung von Ungerechtigkeit wird.
Visuelle Bilder sind das Herzstück von humanitärem und Menschenrechtsaktivismus, und Video ist zu einem Schlüsselinstrument in diesen Bemühungen geworden. Die Safran-Revolution in Myanmar, die Grüne Bewegung im Iran und Black Lives Matter in den Vereinigten Staaten haben alle Videos genutzt, um Ungerechtigkeiten aufzudecken. In Seeing Human Rights untersucht Sandra Ristovska, wie Menschenrechtsorganisationen versuchen, den Videoaktivismus durch Videoproduktion, Prüfstandards und Schulungen zu professionalisieren. Das Ergebnis, so argumentiert sie, ist ein stellvertretender Beruf, der Menschenrechtsvideos nutzt, um Journalismus, Recht und politische Interessenvertretung zu verbinden.
Ristovska erklärt, dass dieser Berufsstand sich eine gewisse taktische Flexibilität bei der Verwendung von Videos bewahrt hat, während er das radikalere Potenzial und den phantasievollen Umfang des Videoaktivismus als kulturelle Praxis aufgibt. Anhand einer detaillierten Analyse von Rechtsfällen und Videos sowie ausführlicher Interviews mit Mitarbeitern von Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch, WITNESS, dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) und dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) betrachtet Ristovska die einzigartigen Möglichkeiten von Video und untersucht die sich entwickelnden Beziehungen zwischen Journalisten, Menschenrechtsorganisationen, Aktivisten und Bürgern in der globalen Krisenberichterstattung. Sie bietet eine Fallstudie über die visuelle Wende im Recht, beschreibt Advocacy- und Marketing-Strategien und argumentiert, dass die Umwandlung von Videoaktivismus in einen stellvertretenden Beruf institutionelle und rechtliche Räume gegenüber einer breiteren Öffentlichkeitsarbeit privilegiert.