Bewertung:

Das Buch bietet eine fesselnde Erzählung über die Beteiligung von Merseyside am Amerikanischen Bürgerkrieg als Blockadebrecher und Plünderer und präsentiert neue Forschungsergebnisse und Erkenntnisse über die britische Rolle in diesem Konflikt, wobei der Schwerpunkt auf dem Einsatz von Schiffen und Seeleuten aus der Region liegt.
Vorteile:⬤ Lebendige und gut lesbare Erzählung
⬤ Tiefe in der Erforschung des Themas
⬤ gut recherchiert mit Primärquellen
⬤ unverzichtbar für Bürgerkriegsenthusiasten
⬤ neues Material über die britische Beteiligung
⬤ empfohlen für Fans ähnlicher historischer Werke.
Es fehlen detaillierte Fußnotenzitate, die von akademischen Historikern bevorzugt werden; gilt als teuer.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Mersey Built: The Role of Merseyside in the American Civil War (Hardback, B&W Edition)
Mersey Built" beschreibt die wenig bekannte Handelsschlacht, die während des amerikanischen Bürgerkriegs zwischen Nord und Süd tobte. Der Süden war für seinen militärischen Nachschub auf Europa angewiesen, was der Norden mit einer Seeblockade aller Südhäfen zu unterbinden versuchte. Der Süden revanchierte sich, indem er Handelsschiffe des Nordens auf hoher See zerstörte, und zwar mit Kriegsschiffen, die heimlich von britischen Werften beschafft und von sympathischen britischen Kapitänen mit britischen Besatzungen aus Großbritannien herausgeschmuggelt wurden. Das in Charleston ansässige Geschäftsimperium unter der Leitung von George Trenholm diente den Konföderierten als Finanzquelle, und seine Niederlassung in Liverpool fungierte als Bank für die Beschaffungsagenten der Konföderation. Merseyside mit seinen ausgedehnten Docks und zahlreichen Werften wurde schnell zum Epizentrum der konföderierten Operationen in Europa. Mehrere britische Geschäftsleute kauften eigens Schiffe, um den Nachschub durch die Unionsblockade zu leiten, was die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien so belastete, dass sie fast zum Erliegen kamen.
Das Buch schildert die Geschichte von Trenholms Handelsimperium, seine Vorkriegsexpansion nach Liverpool und die entscheidende Rolle, die es bei der Unterstützung der konföderierten Kriegsanstrengungen spielte. Die Beteiligung anderer Liverpooler Unternehmer sowie deren Erfolge und Misserfolge im Blockadegeschäft werden beschrieben. Es werden Hintergrundinformationen zu den Schiffsbauern in Merseyside gegeben, die Kriegsschiffe und Blockadebrecher für die Konföderation bauten, sowie mehrere Mini-Biografien der in Liverpool ansässigen Kapitäne, die Kriegsschiffe ausschmuggelten und der Blockade der Union trotzten. Zu jedem Schiff, das in Merseyside für den Bürgerkrieg gebaut wurde, sind Einzelheiten aufgeführt. Die Rolle des konsularischen Dienstes der Vereinigten Staaten und seines umfangreichen, in Liverpool ansässigen Spionagerings wird ebenso beschrieben wie die Bemühungen des amerikanischen Botschafters in London, die Neutralitätspolitik der britischen Regierung zu beeinflussen.
Der Autor, ein direkter Nachfahre eines Liverpooler Schiffsbauers und eines Blockadekapitäns, bringt in diesem faszinierenden Kapitel der Geschichte neue Erkenntnisse und bisher unveröffentlichte Fakten ans Licht.