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Mexico, from Mestizo to Multicultural: National Identity and Recent Representations of the Conquest
In Mexiko führte das Zusammentreffen des fünfhundertjährigen Gedenkens an die Reisen des Kolumbus im Jahr 1992 mit der neoliberalen Präsidentschaft von Carlos Salinas de Gortari zu künstlerischen Kreationen, die das Jahrzehnt wie keine andere Quelle einfangen. In den 1990er Jahren schufen mexikanische Künstler eine Vielzahl von Werken, in denen sie die Ereignisse der Eroberung und Kolonisierung im sechzehnten Jahrhundert revidierten und umschrieben. Diese Werke und ihre Beziehung zur intellektuellen und kulturellen Atmosphäre in Mexiko während der Präsidentschaft von Salinas sind von größter Bedeutung, wenn wir die subtilen, aber tiefgreifenden Veränderungen innerhalb der nationalen Identität Mexikos am Ende des letzten Jahrhunderts verstehen wollen.
Während des gesamten zwanzigsten Jahrhunderts hatte der postrevolutionäre mexikanische Staat die Mestizaje als Symbol für nationale Einheit und soziale Integration verwendet. Am Ende des Jahrtausends hatte sich Mexiko jedoch von einer PRI-dominierten, wirtschaftlich protektionistischen Nation zu einer demokratischeren, wirtschaftlich globalisierten Nation gewandelt. Noch wichtiger ist, dass die homogenisierende, mestizophile nationale Identität, die Mexiko während des vergangenen Jahrhunderts durchdrungen hatte, der offiziellen Anerkennung der ethnischen und sprachlichen Vielfalt Mexikos gewichen war - oder der "Plurikultur", wie es Präsident Salinas 1992 in seiner Verfassungsrevision ausdrückte.
Dieses Buch ist die erste interdisziplinäre Studie über literarische, filmische und grafische Darstellungen der nationalen Identität Mexikos in den 1980er und 90er Jahren. Carrie C. Chorba erörtert eingehend Schriften, Filme und Karikaturen aus einer Vielzahl zeitgenössischer Quellen und entwirft so eine Sozialgeschichte dieses wichtigen Wandels.