Bewertung:

Das von Gordon Adams und Shoon Murray herausgegebene Buch „Mission Creep: The Militarization of US Foreign Policy?“ untersucht die zunehmende Rolle des US-Militärs bei nicht-militärischen Missionen, die traditionell in der Verantwortung des Außenministeriums lagen. In den Beiträgen verschiedener Diplomaten und Akademiker werden die Auswirkungen dieses Trends sowie die institutionellen, politischen und kulturellen Gründe dafür erörtert und die Vermutung geäußert, dass dieser Ansatz langfristig negative Folgen haben kann.
Vorteile:⬤ Behandelt ein komplexes und kontroverses Thema mit Objektivität.
⬤ Bietet Einblicke von erfahrenen Diplomaten und Militärangehörigen.
⬤ Wirft wichtige Fragen hinsichtlich der Militarisierung der Außenpolitik und ihrer Auswirkungen auf die Diplomatie auf.
⬤ Die Empfehlungen beruhen auf einer gründlichen Analyse und sind lobenswert.
⬤ Keine leichte Lektüre und möglicherweise nicht für Gelegenheitsleser geeignet.
⬤ Einige Empfehlungen werden angesichts des derzeitigen politischen Klimas als unrealistisch angesehen.
⬤ Das Buch konzentriert sich stark auf die Kritik an der Beteiligung des Militärs an Aufgaben, die nicht zu den Kernaufgaben gehören, was vielleicht nicht alle anspricht.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Mission Creep: The Militarization of Us Foreign Policy?
Hat das Verteidigungsministerium (Department of Defense, DOD) eine zu große Rolle bei der Beeinflussung und Umsetzung der US-Außenpolitik übernommen? Nach dem Kalten Krieg und mehr noch nach dem 11. September haben sich die Vereinigten Staaten an das neue globale Umfeld angepasst, indem sie auf die enormen Ressourcen des Verteidigungsministeriums zurückgriffen.
In diesem Buch wird untersucht, inwieweit die militärische Führung und das Verteidigungsministerium ihren Einfluss und ihre Aktivitäten in Bereichen wie Auslandshilfe, Entwicklung, Diplomatie, politische Debatten und verdeckte Operationen ausgeweitet haben, und es werden verschiedene Ansichten darüber vertreten. Das Buch kommt zu dem Schluss, dass es zu einer Militarisierung der US-Außenpolitik gekommen ist. Es erforscht die institutionellen und politischen Ursachen und die Auswirkungen.
Der Begriff "Militarisierung" bezieht sich hier nicht darauf, dass Generäle die zivile Kontrolle über die Politik direkt in Frage stellen, sondern es handelt sich um ein subtileres Phänomen, bei dem das Militär mehr und mehr zum Hauptakteur und Gesicht der US-Politik im Ausland wird. Das Buch enthält politische Empfehlungen, wie die Rolle der zivilen Stellen bei der Entscheidungsfindung und Umsetzung der Außenpolitik wieder ins Gleichgewicht gebracht werden kann.