
Mixed Matches: Transgressive Unions in Germany from the Reformation to the Enlightment
Zu den bedeutenden Veränderungen in der frühneuzeitlichen deutschen Heiratspraxis gehörten viele Ehen, die gegen ein Tabu verstießen.
Dieses Tabu konnte theologischer Natur sein und die Heirat von Mönchen und Nonnen betreffen oder sich auf soziale Fehltritte beziehen, wie bei der Heirat von Bürgerlichen und Fürsten (oder Prinzessinnen). Ebenso grenzüberschreitend waren Ehen, die religiöse Grenzen überschritten, wie Ehen zwischen Katholiken und Protestanten, solche, die ethnische oder rassische Schranken verletzten, und solche, die verwandtschaftliche Regeln brachen.
Ausgehend von Martin Luthers Neudefinition der Ehe gehen die Autoren dieses Bandes der Frage nach, wie sich die Versuche der Reformatoren, die Ehe zu vereinfachen und zu klären, auf Bildung, Philosophie, Literatur, hohe Politik, Diplomatie und Recht ausgewirkt haben. Von der Reformation über die Zeit der Konfessionalisierung bis hin zur Aufklärung befasst sich Mixed Matches mit der historischen Komplexität der soziokulturellen Institution der Ehe.