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Modern Dance, Negro Dance: Race in Motion
An der New School for Social Research verkündete der Tanzkritiker der New York Times 1931 die Ankunft des modernen Tanzes und pries die "ernsthafte Kunst" von Tänzern wie Mary Wigman, Martha Graham und Doris Humphrey an. Am anderen Ende der Stadt veranstalteten Hemsley Winfield und Edna Guy das, was sie "The First Negro Dance Recital in America" nannten, und das Dance Magazine verkündete "die Anfänge großer und wichtiger choreografischer Kreationen".
Und doch haben sich die beiden parallelen Traditionen in den Annalen des amerikanischen Tanzes im zwanzigsten Jahrhundert noch nie getroffen. Modern Dance, Negro Dance ist das erste Buch, das diese beiden lebendigen Strömungen des amerikanischen Tanzes in der Neuzeit zusammenbringt. Susan Manning zeichnet die Wege des Modern Dance und des Negro Dance von ihren Anfängen in der Depression bis zu ihren endgültigen Veränderungen in den Nachkriegsjahren nach, von Helen Tamiris' und Ted Shawns Suiten von Negro Spirituals bis zu den von der Workers Dance League gesponserten Konzerten, von Grahams American Document bis zu den Debüts von Katherine Dunham und Pearl Primus, von Jose Limons Werk The Traitor von 1954 über Merce Cunninghams Tänze Summerspace und Antic Meet von 1958 bis zu Aileys Meisterwerk Revelations von 1960.
Anhand von Fotografien und Rezensionen, Dokumentarfilmen und mündlichen Überlieferungen verknüpft Manning die beiden historisch getrennten Traditionen auf komplizierte und unentwirrbare Weise. Das Ergebnis ist ein einzigartiger Blick auf die amerikanische Tanzgeschichte über die Grenzen von Schwarz und Weiß, Radikal und Liberal, Schwul und Hetero, Darsteller und Zuschauer hinweg und auf die vielfältigen, voneinander abhängigen Bedeutungen von Körpern in Bewegung.
Susan Manning ist außerordentliche Professorin für Englisch, Theater- und Performance-Studien an der Northwestern University. Sie ist die Autorin von Ecstasy and the Demon: Feminism and Nationalism in the Dances of Mary Wigman, das 1994 mit dem de la Torre Bueno-Preis für den wichtigsten Beitrag des Jahres zur Tanzwissenschaft ausgezeichnet wurde.