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Modernist Art in Ethiopia
Wenn die Moderne ursprünglich durch den kolonialen Kontakt nach Afrika kam, was bedeutet dann die einzigartige historische Situation Äthiopiens - seine Unabhängigkeit mit Ausnahme von fünf Jahren unter italienischer Besatzung - für seine eigene modernistische Tradition? In Modernist Art in Ethiopia - der ersten umfassenden Studie zu diesem Thema - erkennt Elizabeth W. Giorgis an, dass die vermeintliche Einzigartigkeit ihres Heimatlandes, insbesondere in Bezug auf seine Geschichte von 1900 bis heute, nicht losgelöst vom allgemeinen kolonialen Erbe betrachtet werden kann.
Sie nutzt die Entwicklung der modernistischen Kunst in Äthiopien, um die intellektuelle, kulturelle und politische Geschichte dieser Kunst in einem panafrikanischen Kontext zu erforschen. Giorgis erforscht die verschiedenen Präzedenzfälle der politischen und intellektuellen Geschichte des Landes, um die Art und Weise zu verstehen, in der die Bedeutung und die Bandbreite visueller Narrative in verschiedenen Momenten vermittelt wurden, und um die Bedingungen aufzuzeigen, die für die außergewöhnliche Dynamik der visuellen Künste in Äthiopien verantwortlich sind.
Indem es seine Argumente an der Schnittstelle von visueller Kultur, Literatur- und Performance-Studien ansiedelt, zeigt Modernist Art in Ethiopia detailliert auf, wie sich Innovationen in der visuellen Kunst mit Verschiebungen in philosophischen und ideologischen Narrativen der Moderne überschnitten. Das Ergebnis ist ein zutiefst innovatives Werk - eine kühne intellektuelle, kulturelle und politische Geschichte Äthiopiens mit der Kunst als Kernstück.