
Murder in the Multinational State: Crime Fiction from Spain
Als die Spanier nach dem Tod des Diktators Francisco Franco im Jahr 1975 begannen, die politische, soziale und kulturelle Landschaft des Landes umzugestalten, zeichnet die spanische Kriminalliteratur diese radikalen Veränderungen nach, fordert sie heraus und feiert sie.
Kriminalliteratur aus Spanien: Murder in the Multinational State bietet eine umfassende Untersuchung der Beziehung zwischen Kriminalromanen und nationalen und kulturellen Identitäten im demokratischen Spanien nach Franco. Welche Art von Geschichten werden im Krimi-Genre über die Nation innerhalb des Staates erzählt? Wie prägen die Konventionen des Krimis nicht nur die Herstellung nationaler und kultureller Identitäten, sondern auch deren Aufbrechung? Durch die Kombination kriminologischer Theorien über Verbrechen und Gemeinschaft mit einer Analyse der Konventionen des Genres stellt diese Studie die einfache Klassifizierung spanischer Krimis als Texte, die von Spaniern geschrieben wurden, in Spanien spielen und spanische Figuren haben, in Frage.
Stattdessen entwickelt sie eine dramaturgisch neue Lesepraxis, die ein besseres Verständnis der Rolle des Kriminalromans bei der Konstruktion und Artikulation unterschiedlicher und zuweilen konkurrierender nationaler und kultureller Identitäten, auch im Baskenland, in Katalonien und Galicien, ermöglicht. Das Buch bietet eine anregende Einführung in die wichtigsten Debatten über die Untersuchung von Kriminalromanen und nationalen und kulturellen Identitäten im Kontext eines multinationalen Staates.