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Mulata Nation: Visualizing Race and Gender in Cuba
Die Mulata, eine Frau mit gemischter rassischer Identität, taucht in der kubanischen visuellen und performativen Kultur immer wieder auf und ist in der kubanischen Geschichte sehr präsent. Alison Fraunhar geht dieser Figur nach und untersucht ihre Darstellung und Aufführung sowohl in der Elite- als auch in der Populärkultur. Sie geht auch der Frage nach, wie sich die mit diesen Frauen assoziierten Merkmale in der atlantischen Welt entwickelt haben.
Die Mulata verkörpert nach allgemeinem Verständnis die Brücke zwischen dem europäischen Subjekt und dem afrikanischen Anderen. Sie enthält die Sinnlichkeit, die den Afrikanern zugeschrieben wird, in einem Körper, der dem europäischen Schönheitsideal näher kommt. Dieses Symbol hat weitreichende Implikationen mit wechselnden, widersprüchlichen kulturellen Bedeutungen in Kuba. Fraunhar erforscht diese komplexen Paradigmen, wie, warum und für wen das Bild nützlich war und wie es von der Kolonialzeit bis heute sowohl untergraben als auch behauptet wurde. Jahrhundert über die kubanische Unabhängigkeit 1899 bis hin zur späten revolutionären Ära veranschaulicht Fraunhar die Rolle der zweideutigen Figur in Bezug auf Nationalität, Staatsbürgerschaft und Kommerzialisierung. Sie analysiert Bilder, darunter Schlüsselbeispiele der Grafik des 19. Jahrhunderts, avantgardistische Malerei und Zeitschriftencover der republikanischen Ära, Kabarett- und Filmvorführungen sowie zeitgenössische Iterationen des Geschlechts.
Fraunhars Studie zeichnet sich dadurch aus, dass sie das Phänomen des mulataje nicht nur in elitären Produktionen wie der Malerei, sondern auch in populären Formen untersucht: im Volkstheater, in der Printkultur, in späteren Filmen und anderen Medien, in denen Stereotypen zum Tragen kommen. Im heutigen Kuba ist mulataje nach wie vor ein beliebtes Thema bei Kubanern und Ausländern in Drag-Shows und spiegelt die Queerness in der visuellen Kultur wider.