
Multiracial Identities in Colonial French Africa
Trotz der zunehmend verhärteten Ansichten über Rassenunterschiede in der kolonialen Verwaltung in Französisch-Afrika nach dem Ersten Weltkrieg bestanden sexuelle Beziehungen zwischen den Rassen fort, was zur Geburt von Tausenden von Kindern führte.
Diese Kinder, die zumeist von afrikanischen Frauen und europäischen Männern geboren wurden, lösten in der französischen Gesellschaft eine heftige Debatte über den Status von Menschen verschiedener Rassen aus, die von Historikern als das "Mtis-Problem" bezeichnet wurde. Rachel Jean-Baptiste stützt sich auf umfangreiche Archivrecherchen und mündliche Überlieferungen in Gabun, der Republik Kongo, dem Senegal und Frankreich und untersucht die schwankenden Identitäten der Mtis.
Im Mittelpunkt ihrer Untersuchung stehen die Ansprüche der Mtis selbst auf Zugang zu französischen Sozial- und Staatsbürgerschaftsrechten inmitten der Weigerung der Väter, ihre Abstammung anzuerkennen, und im Kontext des sich wandelnden afrikanischen Rassenbewusstseins und der Praxis. In dieser originellen Geschichte von Rassenbildung, Zugehörigkeit und Rechten zeigt Jean-Baptiste die unterschiedlichen Wege auf, auf denen mtis-Individuen und -Kollektive Visionen von rassischer Zugehörigkeit als Kinder und Bürger in Afrika, Europa und auf internationaler Ebene entwickelt haben.