
Mothering and Motherhood in Ancient Greece and Rome
In der griechischen und römischen Antike spielte die Mutterschaft eine zentrale Rolle, obwohl die Frauen in den öffentlichen Bereichen des Lebens praktisch nicht vertreten waren. Mütter konnten als reproduktive Organe der Gesellschaft und in vielen Fällen auch der Kultur enormen Einfluss ausüben.
Dennoch haben moderne Wissenschaftler der Mutterschaft und den mütterlichen Handlungen relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt und sich fast ausschließlich auf die Analyse von Darstellungen antiker Frauen im Allgemeinen konzentriert. In diesem Band präsentieren Experten aus allen Bereichen der Geisteswissenschaften eine Fülle von Belegen aus juristischen, literarischen und medizinischen Texten sowie aus Kunst, Architektur, Ritualen und materieller Kultur, um die vielschichtigen Dimensionen der Mutterschaft sowohl in Griechenland als auch in Rom aufzuzeigen und sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass nicht alle Mütter und Handlungen der Mutterschaft einfach kategorisiert werden können. Die Autoren betrachten eine Vielzahl von Müttern - von der mythischen bis zur realen, von der Kaiserin bis zur Prostituierten und von der Bürgerin bis zur Ausländerin - um sowohl das alltägliche als auch das ideologisch aufgeladene Leben von Müttern in der klassischen Welt aufzuzeigen.
Einige Aufsätze konzentrieren sich auf die Mutterschaft als eine weitgehend private (emotionale, intime) Erfahrung, während andere die Auswirkungen der öffentlichen, oft politisierten Darstellung der Mutterschaft untersuchen. Dieser hochmoderne Blick auf die Mütter und das Muttersein in der antiken Welt erhält auch eine zeitgenössische Relevanz, da die Autorinnen sich in die aktuellen Debatten über Mutterschaft einschalten und Verbindungen zwischen dem Leben der antiken Mütter und den vielfältigen, oft widersprüchlichen Rollen der Frauen in der modernen westlichen Gesellschaft aufzeigen.