Bewertung:

My Brother's Keeper bietet einzigartige Einblicke in das frühe Leben von James Joyce aus der Perspektive seines Bruders Stanislaus. Obwohl es eine unschätzbare Quelle für Joyce-Forscher ist, hat es aufgrund von Stanislaus' Voreingenommenheit und der gelegentlich verworrenen Erzählweise seine Grenzen.
Vorteile:⬤ Großartige Quelle für die Forschung über James Joyce
⬤ bietet eine persönliche und einzigartige Perspektive auf seine prägenden Jahre
⬤ gilt als eine der leichter zu lesenden Joyce-Biografien
⬤ aufschlussreich für Familiendynamik und den Einfluss von Joyces Erziehung
⬤ offene und ehrliche Darstellung von Stanislaus Joyce.
⬤ Stanislaus' Perspektive ist voreingenommen und gibt möglicherweise keinen völlig genauen Bericht wieder
⬤ die Erzählung kann zusammenhanglos sein und es fehlt ihr an einer klaren Struktur
⬤ einige Leser haben das Gefühl, dass vieles über James Joyce unbeleuchtet bleibt
⬤ Stanislaus' eigenes literarisches Wissen und seine Ansichten sind möglicherweise begrenzt.
(basierend auf 9 Leserbewertungen)
My Brother's Keeper: James Joyce's Early Years
Stanislaus Joyce war mehr als nur der Hüter seines Bruders: Er war zu verschiedenen Zeiten von seinem Bruder abhängig, sein Prüfstein, sein Gewissen und sein größter Fan. Die beiden teilten das gleiche Genie, die gleichen Einflüsse aus der Kindheit und hatten den gleichen literarischen Instinkt, aber bei Stanislaus wurde dieser in nüchterne akademische Bestrebungen kanalisiert, während er sich bei James zu Fröhlichkeit, wilder Laune und zuweilen durchtränkter Verzweiflung entwickelte.
My Brother's Keeper, das die ersten zweiundzwanzig Lebensjahre von James Joyce in Dublin und Triest abdeckt, ist ein Fenster zu dem Drama, das seine Jugend war. Dank Stanislaus' hervorragendem Gedächtnis und seiner sicheren Hand finden wir hier das Dublin der Dubliners: die Straßen, Nachbarn, Kirchen und unvergesslichen Exzentriker. Hier sehen wir das Vorbild für den Simon Dedalus aus Ulysses: James' Vater, eine mürrische und gewalttätige Figur, wenn er betrunken ist.
Hier sind die Joyces in ihrem eigenen Haus und die Nebenfiguren, die das Bildnis des Künstlers prägen: Eileen, die hübsche Tochter von Leopold Bloom; Mrs. Riordan, die mürrische Lehrerin; Mr.
Casey, der politische Agitator. Und schließlich ist da noch Triest, ein Ort des Exils für Stanislaus, aber ein Rückzugsort für James.
Stanislaus Joyce hat sowohl eine unschätzbare Primärquelle für die undurchsichtigen Meisterwerke seines Bruders als auch eine liebevolle Erinnerung an das frühe Leben seines Bruders geschaffen.