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Myanmar in the Fifteenth Century: A Tale of Two Kingdoms
Als das große Königreich Pagan im späten dreizehnten und frühen vierzehnten Jahrhundert politisch unterging, zerfiel sein Territorium in drei Machtzentren, und es kam zu einer Zeit des Übergangs. Dann entstanden zwei neue Königreiche: die Erste Ava-Dynastie in Ober-Myanmar und die Erste Pegu-Dynastie in Unter-Myanmar. Beide entstanden um die zweite Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts, erreichten ihren Höhepunkt im fünfzehnten Jahrhundert und gingen noch vor Ende der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts unter. Ihre Geschichte ist das einzige fehlende Stück in der allgemeinen Geschichtsschreibung Myanmars, eine Lücke, die dieses Buch schließen soll.
Der renommierte Historiker Michael Aung-Thwin rekonstruiert die Chronologie dieser fast zweihundertjährigen Periode und stellt dabei eine Reihe lang gehegter Überzeugungen in Frage. Im Gegensatz zur herkömmlichen Geschichte behauptet er, dass Ava die Fortsetzung eines alten Königreichs (Pagan) war, das von seiner traditionellen ethnisch-linguistischen Gruppe, den burmesisch sprechenden Menschen, geführt wurde, während Pegu ein neues Königreich war, das von jüngeren Neuankömmlingen, den Mon, geführt wurde. Obwohl beide Königreiche viele kulturelle Komponenten der "klassischen" heidnischen Tradition gemeinsam hatten, war Ava landeinwärts und agrarisch geprägt, während Pegu maritim und kommerziell ausgerichtet war, so dass beide durch ein sehr unterschiedliches geopolitisches und wirtschaftliches Umfeld geprägt wurden. In diesem Unterschied liegt die Dynamik ihrer Beziehung "flussaufwärts-flussabwärts", die in der Folge zu einem regelmäßigen historischen Muster in der Geschichte Myanmars wurde und heute durch das Binnenland Naypyidaw und das "Küstenland" Yangon repräsentiert wird.
Das originelle Konzept und der beeindruckende Umfang dieses gut geschriebenen Buches füllen nicht nur die Geschichte des frühneuzeitlichen Myanmar aus, sondern stellen sie auch in einen breiten Interpretationskontext, der auf jahrelanger Vertrautheit mit einer Fülle von Primärquellen beruht. Voller fesselnder Anekdoten und schillernder Persönlichkeiten stellt es einen wichtigen Beitrag zur Myanmar-Forschung dar, der nicht leicht zu ersetzen sein wird.