
After Debussy: Music, Language, and the Margins of Philosophy
Die klassische Musik weist eine enge Beziehung zur Sprache auf, und sowohl die Musikwissenschaft als auch die Philosophie neigen dazu, sich der Musik aus diesem Blickwinkel zu nähern und sie im Hinblick auf Ausdruck, Darstellung und Diskurs zu untersuchen.
Dieses Buch stellt diese Idee auf den Kopf. Indem es sich auf die Musik Debussys und ihr Erbe im Jahrhundert nach seinem Tod konzentriert, bietet After Debussy eine bahnbrechende neue Perspektive auf die Musik des zwanzigsten Jahrhunderts, die eine sensorische Logik des Klangs gegenüber quasi-linguistischen Vorstellungen von Struktur oder Bedeutung in den Vordergrund stellt.
Der Autor Julian Johnson argumentiert, dass Debussys Musik beispielhaft für diese Idee ist und die Musik nachfolgender Komponisten beeinflusst hat, die die Betonung des Klangs gegenüber der Syntax und des Sinns gegenüber der Bedeutung übernommen haben. Damit nimmt diese Musik nicht nur ein zentrales Problem des zeitgenössischen Denkens vorweg - die Kluft zwischen Sprache und unserer verkörperten Beziehung zur Welt -, sondern bietet auch eine Lösung an. Mit einer gut lesbaren Erzählstruktur, die sich auf einen beeindruckenden Bestand an Literatur stützt, spannt After Debussy einen weiten Bogen über die französische Musik und zeigt den Einfluss von Debussys Musik auf Komponisten wie Faur und Ravel, Dutilleux, Boulez, Grisey, Murail und Saariaho.
Ähnlich verhält es sich mit einer Reihe von französischen Schriftstellern und Philosophen, von Mallarm und Proust bis zu Merleau-Ponty, Jank l vitch, Derrida, Lyotard und Nancy, und sogar die bildende Kunst wird herangezogen, um Schlüsselideen zu verdeutlichen. Indem es wesentliche Ideen sowohl der Musikwissenschaft als auch der Philosophie zugänglich macht, präsentiert dieses Buch nicht nur kühne neue Wege zum Verständnis beider Disziplinen, sondern legt auch den Grundstein für einen spannenden neuen Diskurs zwischen ihnen.